Donnerstag, 29. Oktober 2020

Endlich wieder Finnland

Aaaargh! Blogger hat die alte Nutzeroberfläche aus dem Betrieb genommen und die neue funktioniert einfach nicht so wie ich will - zumindest wohin sich Fotos schieben lassen, ist anscheinend Glückssache (nicht nur, dass man das Gleiche wie früher macht und es trotzdem nicht dahin rutscht, wo es hinsoll, sondern auch dass man mit ein und derselben Methode dennoch verschiedene Anordnungen bekommt). Auch mit der Textformatierung musste ich kämpfen. Noch hoffe ich, dass man sich an alles gewöhnt, aber wenn das weiterhin so ein Krampf ist, überlege ich mir das mit dem Weiterbloggen vielleicht doch noch mal. So macht es jedenfalls keinen Spaß, sondern kostet nur Nerven.

Da mir aber zumindest mein letzter Finnlandaufenthalt Spaß gemacht hat (und inzwischen leider schon wieder viiiel zu lange her ist), quäle ich mich nun noch einmal hier durch, suche Workarounds und berichte euch doch irgendwie...

Es geht weiter, wir finden immer wieder neue Trafohäuschen ;)
Das war der Spaziergang am ersten Abend Anfang August. 
 
Am Wochenende ging es weiter mit Sommer pur: Bei herrlichstem Wetter (für finnische Verhältnisse war es geradezu heiß - auch wenn die deutschen 40 Grad da oben natürlich nicht erreicht werden) fand das Sommerfest des Deutschland-Finnland-Vereins und der Freunde der Schweiz statt. (Österreicher waren übrigens auch da.) Ein Zelt im Garten einer der alten Holzvillen, Essen vom Grill und nette altbekannte und neue Leute... Ich war viel länger da als geplant, doch irgendwann schickte mich mein Bauchgefühl doch nach Hause - und auf das ist Verlass, beim Umweg an der Küste entlang erwartete mich der herrlichste Sonnenuntergang (die Kamera kriegt diese Farben einfach nicht hin, die Sonne war mit menschlichem Auge betrachtet noch röter als der Himmel) und die Stimmung war auch einfach nur sommerlich. So viele fröhliche Menschen! Am einen Ende des Strands das Tanzgrüppchen auf den Holzterrassen, im Sand etliche Gruppen von Freunden, Leute im Wasser, Familien mit glücklich bibbernden Kindern in Badetüchern, Hobbyfotografen, am anderen Ende drei Asiaten am Grill, die ihm so feste Luft zufächelten und dabei lachten, dass ich selber mitgrinsen musste. Und auch wenn ich ganz allein da war, war ich doch irgendwie ein Teil des Ganzen... Sommer in Oulu, ein bisschen habe ich also doch noch abbekommen, sogar in diesem verrückten Jahr! :)
 
 
 
 
 
 
 
 
 



 
Selbst in der Woche fühlte es sich noch fast so an, als hätte ich Urlaub. Kaum Überstunden! Nach diesem langen eingesperrten Frühling war es wahnsinnig schön, mal wieder Leute zu treffen, auch wenn außer mir nur zwei Kollegen regelmäßig im Büro waren. Ab und zu tröpfelte der eine oder andere doch mal kurz rein. Vor Ort sein ist so viel besser als Homeoffice! 

Wie jeden Sommer war ich abends wieder viel draußen. Nur mit dem Fahrrad mehr alleine als sonst, ansonsten nur zu Fuß. (Das sind die Folgen, wenn man plötzlich in einer Dreier-WG mit großem Hund lebt.)



Spaß für die Kids. Da hätte ich früher auch mitgemacht!
(Blogger macht mich waaaaaahnsinnig! Was muss ich tun, um die Bilder wie früher zu zweit oder dritt in die Mitte zu kriegen? Hat irgendwer Ahnung? Intuitiv ist anders...) Dabei will ich doch nur ein paar Eindrücke zeigen: Sommer- oder Frühherbstatmosphäre überall, egal ob am Meer, See oder Fluss.

Für das Freizeitangebot ist auch gesorgt. Wer hätte es gedacht, aber in Oulu gab es derartig wenige Coronafälle, dass sogar zwei Festivals stattgefunden haben, während ich da war. Ich hab (wie meistens) nur vom anderen Ufer aus zugehört, aber es ist gut für die Stimmung! :)

Da das Leben zu dritt/viert in einer kleinen Zweizimmerwohnung auf Dauer etwas eng ist, hab ich jede Gelegenheit genutzt, Ausflüge zu machen. Insbesondere das zweite Wochenende war schön, endlich ein Wiedersehen mit meiner Freundin Marianne, die ich aufgrund ihres Spanienaufenthalts und ein paar anderer Terminschwierigkeiten über anderthalb Jahre nicht gesehen hatte! Besuch in Jyväskylä - und schon wieder meinte die Sonne es unglaublich gut mit uns.
 
Auf einem Spaziergang um den See kamen wir an einem meiner persönlichen Highlights meines Berufslebens vorbei - Reihenhäuser auf einem vormals Einfamilienhausgrundstück. Die Anforderungen des Bebauungsplans waren eine Herausforderung, das Grundstück an sich ein Traum. Die Planung hat zum Einen wegen der Aufgabe, zum Anderen wegen des angenehmen Kunden viel Spaß gemacht, aber ich war seit dem Bau noch nicht live dort gewesen. 
Fast hätte ich mich ja nicht getraut, das Grundstück zu betreten, als ich Leute draußen sah, aber dann siegte die Neugier und ich dachte mir, Besucher dürfen ja auch zu den Häusern gehen.
Wie das in kleineren Hausgemeinschaften so ist, wurden wir natürlich gleich als Fremde erkannt und angesprochen, aber was sich daraus erst für Möglichkeiten ergaben! Die Familie hat uns eingeladen, ob wir ihr Haus auch mal von innen sehen wollten. Na klar wollte ich!
Lustig, dass die Schwester des Mannes, die in Deutschland wohnt, gerade zu Besuch da war und ihre Kinder anfingen, mir auf Deutsch von ihren Wackelzähnen zu erzählen! :D
Tja, wenn es nicht in Jyväskylä, sondern Oulu wäre, wäre ich ja versucht, das letzte freie Haus zu kaufen...

Später saßen wir auf der Wiese, wo die ganzen Restaurant- und Barboote liegen, und quatschen über die Neuigkeiten der letzten anderthalb Jahre. Fast hätten wir das schöne Fleckchen schon zwecks Abendessen verlassen müssen, doch genau im passenden Augenblick kam jemand vorbei und schenkte uns seine Fische. Warum, haben wir bis heute nicht ganz durchschaut, aber evtl. dachte er, er darf sie nicht mitnehmen auf die Terrasse, wohin seine Freunde schon vorgegangen waren. Wow, so viele positive Erlebnisse an nur einem Tag! :)

 
Nur eine knappe Woche später musste ich mich schon wieder zu nachtschlafender Zeit aufs Fahrrad setzen und in Richtung Bahnhof fahren, aber dieses Mal nicht für eine Freizeit- sondern eine Arbeitsaktivität. Ich liebe diese frühen Morgenstunden - an diesem Freitagmorgen war es eher die Ruhe der schlafenden Stadt, während am Samstag zuvor noch morgens um fünf die Klänge von Partymusik meinen Weg begleiteten...
 
Heute ging es zur Wohnungsmesse nach Tuusula, also in den Großraum Helsinki. Ganz schön weit für eine Tagestour, aber den Aufwand vollkommen wert. Mit wem, wenn nicht den Kollegen, könnte man sonst so schön über die dortigen Entwürfe diskutieren? Zumal unser Büro selbst mit einem Haus vertreten war. 
Leider nur mit einem einzigen, es hätten mehr sein können... Doch leider wurde "mein" Projekt nicht verwirklicht. :( 
Aber auch so gab es genug zu sehen und da die Sonne uns wieder einmal verwöhnte (was für ein unglaublicher Sommer!), fühlte sich der Tag tatsächlich ein bisschen wie ein Ersatz für unser coronabedingt ausgefallenes Sommerfest an.

"unser" Haus
50 Jahre Wohnungsmesse

Apropos Zugfahren. Zeit auf der Schiene verbringt man ja wahrlich genug, wenn man 600 km gen Süden und wieder zurück muss. Was allerdings in anderen Ländern undenkbar wäre: Mit 8 min Verspätung abgefahren und bereits im anderthalb Stunden entfernten Tampere 16 Minuten vor der Zeit eingetroffen! Als sich dieser Trend auch später fortsetzte, hörten wir (frei übersetzt) die Durchsage "Es geht weiterhin bergab" :D Was ich aber noch beeindruckender als den Zeitplan finde (der es sich auf den letzten paar Kilometern mit mir verscherzt hat, als wir dennoch 2 min zu spät in Oulu ankamen), sind die Familienwaggons. Mag sein, dass ich in Deutschland nur nie so darauf geachtet habe, aber irgendwer von euch kann mir das bestimmt sagen, sind die etwa auch da so vorbildlich ausgestattet, eine ganze Etage inklusive Törchen vor den Treppen, Rutschbahnen u.ä.?

Vorhin erwähnte ich schon mal unsere vorübergehend gewachsene WG. Der Vorteil, wenn man eine Konditorin unter dem selben Dach hat: Sie hat uns Mojitotorte gemacht. So ist es trotz Zeiten des überwiegenden Homeoffices doch noch gelungen, eine alte Tradition aufrecht zu erhalten, wenn auch nun im privaten Rahmen: einen Baugenehmigungskuchen zu essen.
Und das ist das "Hündchen", das Tag und Nacht fressen würde, wenn man es nur ließe und das auf der Suche nach Futter auch schon mal den Herd anstellt... Was einen das an Nerven kostet, wird allerdings locker wieder dadurch wettgemacht, wie man jeden Morgen und Abend aufs Freudigste begrüßt wird, als sei man Jaaahre weggewesen. ;) Süßes Viech! :)

Vom Wochenendtrip nach Hailuoto hatte ich schon separat berichtet und so langsam ging meine Zeit in Oulu auch schon wieder ihrem Ende entgegen. Noch habe ich den beginnenden Herbst genossen, auch wenn es mich traurig stimmte, bald wieder wegzumüssen. Irgendwie bin ich doch da oben zu Hause. Zumindest im Sommer. ;)

am "Vogelteich" - heißt zu Recht so :)

Zum Schluss kam noch ein recht abenteuerliches Unternehmen auf uns zu... Wenn unser Büro demnächst in neue Räumlichkeiten zieht, ist leider kein Platz mehr für mein Rhönrad *schnüff*. Also habe ich es vorsorglich schon dieses Mal nach Hause geholt. Wie das geht, wenn man kein Auto hat, seht ihr unten: einer schiebt, der andere läuft hinterher und balanciert. Zum Glück konnten wir ja schon auf gewisse Erfahrungen im fußläufigen Transport von großen Dingen (wie z.B. Betten) zurückgreifen...
In dieser Form hat uns niemand darauf angesprochen, aber ich wette, hätten wir es im Ganzen nach Hause gerollt, wäre das Interesse enorm gewesen!

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