Ich mag Chronologie. Aber im letzten Artikel ging ich mir damit schon fast selbst auf den Keks. Zu viele Themen. Bei aller zeitlichen Ordnung trotzdem gefühltes Chaos. Und darum habe ich entschieden, dass wir dieses Mal einfach nur ein paar Tage in Uganda bleiben.
Uganda hat mir landschaftlich unglaublich gut gefallen. Vielleicht war es nur die Abwechslung, doch es war einfach so wunderschön grün und hügelig!
Noch einmal hielten wir für eine Teeplantage und wurden von einer Pflückerin eingeladen, es doch mal selber zu probieren - gar nicht so leicht wie es aussieht, mit diesen Scheren auf dem nassen Blattgrün flott zu ernten!
Für die Augen waren schon die kurzen Momente ein Anblick (was für kräftige Arme die haben!), für gute Fotos dagegen ziemlich untauglich. Schließlich schwangen sich aber doch noch welche direkt über uns durch die Lüfte und blieben endlich zur Nahrungsaufnahme sitzen.
Irgendwie sind sie wirklich menschlich. Na ja, kein Wunder, wenn ich es mir richtig gemerkt habe, stimmt ihre DNA ja zu 98,8% mit unserer überein...
Von Paulina lernten wir viel Interessantes über ihr Familienleben und ich wüsste zu gerne, wie es klingt, wenn eine gesamte Schimpansenfamilie eine Geburt feiert - dabei demonstrieren die Männchen nämlich alle ihre verschiedenen Schlag- und Tritttechniken an den Baumwurzeln. Schon die vereinzelten Schläge, die während unseres Aufenthaltes hin und wieder durch den Wald hallten, klangen, als würden sie einen ganzen Baum fällen! Muss man einfach gehört haben... Ein bisschen unheimlich und ziemlich beeindruckend laut!
Nach dem Budongo-Wald besuchten wir die Murchinson Falls ganz in der Nähe. Gemessen an ihrem Durchfluss und Querschnitt sollen sie die stärksten Wasserfälle dieses Planeten sein. Ja, war schon ganz gut was los in der Schlucht! :)
Um auch das volle Bild zu bekommen, konnten wir nicht nur oberhalb von ihnen herumlaufen, sondern auch zu ihrem unteren Ende mit dem Boot fahren. Anscheinend besonders wichtig: "A Nile on the Nile". Wenn man schon auf dem Nil herumgondelt, soll man angeblich auch ein Nilbier trinken. Ihr wisst ja, ich und Bier... Aber wenigstens habe ich als Souvenir für mein Fotobuch das nette australische Pärchen mit einem Nile auf dem Nil geknipst! :)
Auch wenn wir sie auf dem Weg gesehen haben, wie versprochen keine Hippo-, Elefanten- oder Krokodilbilder mehr. Aber ein paar Vögel gehen noch, oder? (Die sind teilweise auch grün! :P)
Gerne hätte ich euch noch ein paar Nashornbilder gezeigt. Das war ein spannender Spaziergang (im Grünen!), nur dass ich, schusselig wie ich schon mal bin, ohne meine Kamera unterwegs war... Nashörner aus nächster Nähe! Die Tiere sollen schlecht sehen, so konnten wir im Schutz von einigen Büschen und ohne grelle Farben bis auf ein paar Meter an sie heran. Wow!
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| [nachträglich ergänztes Foto - Thanks, Lilly!] |
Habe ich euch eigentlich überhaupt schon ein Bild von Sid gezeigt? Nicht, oder? Also so sah es regelmäßig mittags aus, wenn am Straßenrand die Küche ausgepackt wurde. Besuch von derartig großen Tieren war aber doch eher die Ausnahme ;)
Ja, es sieht ein wenig trüb aus auf den Bildern. Es ist halt gerade Winter und zusätzlich sind wir nahe am Äquator, da regnet es fast täglich.
Das Schöne ist, dass zwischendurch doch mal die Sonne rauskam und es im See weder Krokodile noch beängstigende Bakterien u.ä. geben soll. Mit anderen Worten: Man kann unbesorgt schwimmen gehen! :)
Viele Besucher sind hier, weil sie schon ihr ganzes Leben lang davon geträumt haben. Nur ich bin bloß hier, weil es sich so ergeben hat - oder anders gesagt weil ich, wenn schon sowieso in Afrika, auch erleben möchte, was sich entlang des Weges so bietet.
Wir machten uns also auf die Wanderschaft durch einen weiteren
dschungelartigen Wald. Ich fand allein schon das Wandern wieder total schön, besser noch als bei den Schimpansen. Einfach ein toller Wald! Dieser war bei Weitem hügeliger, dafür waren die
Wege aber etwas angenehmer - zumindest, bis wir anfingen, uns an einem
steilen Abhang durch Schlingpflanzen zu wühlen.Denn genau dort leben sie - kuckt mal, wer da hinter mir im Gebüsch sitzt! :)
Das erste, was wir von den Gorillas hörten, war ein Begrüßungsschrei, der uns fast rücklings den Hang runtergeschickt hätte - es hätte ebensogut ein Schlachtruf sein können! Danach waren die Dschungelbewohner aber ganz friedlich und ließen sich beim Fressen und Spielen beobachten.
Zunächst ein Silberrücken - im Alter von 14 Jahren bekommen die Männchen das typische helle Rückenfell - noch ein wenig im Dickicht, aber schon ganz gut zu sehen, wow!
Gorillababies entwurzeln versehentlich ganze (dünne) Bäume, wenn sie an denen klettern, für die sie eigentlich schon zu schwer sind. Die Mama folgte auf einem größeren hinterher, der allerdings ebenso nachgab... :)
Dieses junge Männchen aß in aller Seelenruhe direkt vor unseren Nasen... 25 kg Blätter am Tag wollen ja auch erst mal verdrückt werden!
... und kurz, bevor unsere Stunde mit ihnen ablief, fanden wir noch eine kleine Gorillafamilie (genaugenommen gehören ja ohnehin alle auf diesen Fotos zur gleichen Familie, den Nshongi).
Auch die Umgebung des Nationalparks ist einfach nur schön. Grüne Hügel so weit das Auge reicht, steile Hänge mit Terrassenfeldern und kleine Dörfer auf Hügelkuppen oder in Tälern.
Landschaftlich ähnlich geht es auch im Nachbarland weiter, davon dann bald mehr - sobald ich dazu komme!

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