Na dann will ich mal anfangen mit dem Nachholen.
Wie das in Finnland so üblich ist, nehmen wir den Jahresurlaub gemeinschaftlich im Juli. Nach Monaten des Zuhausesitzens ist allerdings ein Urlaub in den eigenen vier Wänden nicht das, was ich mir unter Erholung vorstelle. Nachdem die erste Woche Urlaub ins Land gegangen ist, ohne dass ich irgendwelche Anzeichen bemerkte, den Stress des Frühlings langsam hinter mir zu lassen, musste Abhilfe her. Kurzum: ich raus. Dringend.
Schon vor längerer Zeit hatte mir eine Freundin eine Yogaferienwoche ans Herz gelegt und schon ein paar Mal hätte ich sie gerne verwirklicht, doch es passte irgendwie nie. Warum also nicht diesen Sommer? - Gedacht, gebucht. Erfahrungen mit Yoga hatte ich bis dato noch keine, aber es war eine super Idee! Außerdem ist der Westerwald gar nicht so weit weg...
... Und auf dem Weg dorthin kommt man an Bonn vorbei. Beste Gelegenheit, endlich eine Freundin zu besuchen, deren "neue" Wohnung ich (schon seit Jahren) noch nicht kannte. Danke dir für den schönen Auftakt in meinen Urlaub, die Stadtführung und natürlich das super Essen! :)
Das ist also mein Domizil für die nächsten Tage. Ein Haus im Wald, genauer gesagt im idyllischen Grenzbachtal:
Heckrinder (nachgezüchtete Auerochsen) weiden dort und wenn man spazieren geht, muss mal auch teilweise ihre Weiden kreuzen. Komisches Gefühl, wenn man so die Hörner sieht... aber die Tiere scheinen das gewöhnt zu sein.
Spazieren.
Ja, trotz der durchgeplanten Tage von morgendlicher Meditation um sieben bis zu einem Vortrag oder einer schamanischen Reise bis 22 Uhr war auch noch Zeit dafür.
Eigentlich müsste ich viel mehr vom Yogaleben erzählen - zwei Mal pro Tag Yogastunde, dazu morgens und abends Meditation und Gesang, verschiedene Vorträge und einmal gar eine Puja (wer sich erinnert, das ist eine Zeremonie, die ich zuletzt in den Klöstern im Himalaya erlebt habe!) - aber das muss man eigentlich selbst mitgemacht haben.
Die Gleichförmigkeit der Tage tat mir sehr gut, endlich wieder singen zu dürfen erst recht (auch wenn ich die Bedingungen im Angesicht der Pandemie durchaus bedenklich fand, aber da nichts passiert ist und es wirklich Freude bereitet hat, will ich mal nicht so sein ;) ), das durchweg vegane Essen war auch sehr lecker und bekommlich und entgegen meiner Befürchtungen bin ich mit den nur zwei Mahlzeiten am Tag erstaunlich gut klargekommen. Die Unterkunft war einfach, aber alles da, was man brauchte, außer Handyempfang (und wer braucht den schon in einer Yogawoche?). Ich glaube, das war das Beste überhaupt, einfach mal nur was für mich zu tun. Runterkommen, einfach im Moment sein und dazu gesund leben.
Aber wie gesagt, von all diesen Dingen habe ich keine Fotos zu zeigen, von der Umgebung schon. Und da man mitten in der Natur ist, braucht man in der Mittagspause einfach nur loszulaufen...
Der Westerwaldsteig führt quasi an der Haustür vorbei und auf dem Weg kann man viele nette Dinge finden, von einem Kneippbecken im Bach bis zu Schönheiten aus Flora und Fauna (leider aber auch viele abgestobene Bäume, die ihre Nadeln herabregnen lassen. Es ist kein gutes Jahr für unsere Wälder). Die Himbeeren vom Wegesrand machten sich übrigens vorzüglich als Nachtisch! :)
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