Montag, 31. August 2020

Hailuo(n)to

Kleines Wortspiel. Schade, dass nur die wenigsten von euch es verstehen werden! ;)

Aufmerksame Leser (und der eine oder andere Besucher) erinnern sich vielleicht, dass die große Insel vor Oulu, wo es so viel Natur gibt, Hailuoto heißt.

"Luonto" ist das finnische Wort für Natur. Und in die zog es mich mal wieder.
Passenderweise war vorgestern auch noch "Suomen luonnon päivä", der "Finnische Tag der Natur". Sie hat uns herrlichstes Wetter spendiert! Also Satteltaschen gepackt und los! (Auch wenn es irgendwie in keinem Verhältnis steht, dass man für eine Nacht tatsächlich genau so viel Gepäck braucht wie für drei Wochen auf Achse... Ok, ein bisschen weniger Kleidung, dafür aber zur Sicherheit 'nen zweiten Schlafsack, denn wer weiß, wie kalt die Nächte schon werden... Es ist Ende August, die Finnen sprechen schon seit Wochen von Herbst!)

Nach knapp zwei Stunden ist die Fähre erreicht. Auf der anderen Seite: Ruhe und Einsamkeit.

Am Anfang noch Asphaltstraßen...
...später dann nicht mehr ganz so fahrradfreundlich...
...aber schlimmer geht immer! ;)
Ich wusste natürlich, wo ich hin wollte, daher verbuchte ich die Strapazen der Anreise als Training. Ich wusste ja, dass ich entschädigt werden würde. Hab da eben so meine Lieblingsorte (ein, zwei von euch müssten sie wiedererkennen)!

Nach einem Tag auf dem Rad - oder neben ihm, je nach Untergrund - habe ich mir mein Abendessen wirklich verdient. Am Strand bei Karvo: Küche mit der besten Aussicht ever! :D



Wo wir schon von Aussicht sprechen: übernachtet habe ich mal wieder am Sunijärvi.


Gut, dass ich inzwischen weiß, dass übernachten in den offenen Hütten eigentlich nicht gestattet ist und daher mein Zelt mithatte - die "offene" Hütte stellte sich nämlich als ziemlich geschlossen heraus, mit Vorhängeschloss! Vielleicht war deswegen niemand sonst da, trotz Tag der Natur? Ich genieße die Einsamkeit und absolute Stille. Na gut, ein paar Mücken summen noch und ab und zu schreit ein Wasservogel. Aber im Laufe der Nacht werden selbst die mucksmäuschenstill. Herrlich!

Bett mit Seeblick :)
ein traumhafter Morgen
Langsam wird es Zeit für den Rückweg. Neuer Versuch - heute mal weniger Sand, dafür mehr Wald. Ja, auch wenn ich mich fühle, als sollte ich lieber auf einem Mountainbike sitzen, der Weg IST besser!


Noch eine Mittagspause an einem kleinen Hafen, denn ich will noch nicht weg und hab ja Zeit, denke ich mir...

Dachte ich. Auf der Fähre sehe ich das hier, genau in der Richtung aus der der Wind kommt. U-oh...


Das Gute: Wir haben es auf die andere Seite geschafft, bevor die Front auf uns traf. Das Schlechte: Am Tag zuvor hatte die Wettervorhersage noch keinen einzigen Tropfen versprochen, meine Regenhose und Schuhcover waren also nicht mit von der Partie. Tja, Glück im Unglück: Genau im richtigen Moment tauchte ein Bushäuschen auf, da hab ich dann erst mal die nächste gute Stunde verbracht. Die verbleibenden 24 km waren zwar immer noch nicht ganz trocken, aber zumindest nicht ganz so verregnet wie meine Zeit unterm Dach. Und zum Glück wartete zu Hause ja auch noch eine Sauna auf mich, da ist so ein bisschen Wasser von oben auch schnell wieder vergessen und es bleibt die schöne Erinnerung an ein wunderbares Naturwochenende. Hoffentlich noch nicht das letzte für dieses Jahr...


P.S.: Ich weiß, ich bin spät dran, es gab da schließlich auch noch einen Sommerurlaub und in Finnland bin ich auch schon wieder fast vier Wochen. Pfeif was auf die Chronologie, vielleicht hole ich den Rest ja noch nach... Jetzt war mir aber mehr nach aktuellen Ereignissen. :) Wie geht es euch so?

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