Wie fleißige Leser bemerkt haben, hat
mein Blog mal wieder ein neues Gesicht. Es ist nun wirklich
(endlich!) nicht mehr die Jahreszeit für weiße Winterlandschaften,
sondern für frisches Grün und Sonnenschein nahezu rund um die Uhr!
Yay! :)
Das ist auch ganz automatisch die
Jahreszeit, wo ich mit dem Blogschreiben kaum noch nachkomme. Das
reale Leben hält gerade viel mehr Erlebnisse bereit, als ich in den
kurzen Phasen in den eigenen vier Wänden dokumentiert bekäme...
Aber jetzt heißt es an meinem einzigen freien Abend mal an die Freunde zu Hause denken, auf den
Hintern setzen und anfangen.
Fange ich doch gleich mal bei den Freunden
an: Besuch aus Deutschland, welche Freude! Und gleich zwei Leute
innerhalb einer Woche, die sich beinahe gegenseitig die Klinke in die
Hand gaben.
Aber gehen wir mal chronologisch vor,
beginnend vor anderthalb Wochen Freitag.
Das ohnehin schon besondere Wochenende
wurde von einem Erlebnis ganz besonderer Art eingeläutet: Meinem
ersten Theaterbesuch in Finnland! Freitag Abend war es soweit, wir
haben uns das seit Monaten ausverkaufte Musical „Addams Family“
angesehen! Und obwohl ich Banause die Hintergrundstory nicht aus den
Originalen, sondern nur aus der Wikipedia kenne, hat es mir
überraschend gut gefallen – lustige Story, gut gemachtes
Bühnenbild und natürlich klasse Musik! Finnland hat also neben der
Natur auch Kultur zu bieten, die meinen Geschmack trifft! :)
Samstag kam meine alte Schulfreundin
Andrea vorbei und wir haben eine super schöne, wenn auch zu kurze
Zeit zusammen verbracht. Los ging es schon mit dem absolut
umwerfenden Abendessen: frisch eingeflogener deutscher Spargel aus
ihrem Nachbardorf! Großartig!
Nach einigen Stunden hatte dann auch
endlich das bis dahin stürmische und nasse Wetter Erbarmen mit uns,
so dass wir doch noch eine kleine Radtour durch Oulu drehen konnten.
Reiseerprobt, wie wir beide sind (auch
wenn unsere letzte gemeinsame, die Azorenreise, schon einige Jahre
her ist) ging es am Sonntag Morgen schließlich mit dem Mietwagen 350
km nach Südosten. An dieser Stelle noch mal ein herzliches
Dankeschön an dich, Andrea, dass du meinen Vorschlägen so
bereitwillig gefolgt bist! Denn ich muss es ja zugeben, durch das
halb geplatzte Wochenende zuvor, war meine Lust auf „richtigen
Kurzurlaub“ noch mal um so größer und nicht jeder hätte
abgesehen von den über 1800 km nach Oulu auch noch gleich den Abstecher
in den Koli-Nationalpark in Kauf genommen, das Ganze in nur vier
Tagen!
Aber gelohnt hat es sich! Von Koli
wurde mir bereits letztes Jahr vorgeschwärmt und ich weiß jetzt
auch, warum. Die Landschaft ist wirklich schööön. Also für mich
ins Flachland versetzte Sauerländerin noch mal doppelt! Hier seht
ihr, warum – unser Willkommensblick am ersten Nachmittag:
Was den Ausflug noch mal entspannender
gemacht hat, war die Tatsache, dass wir zum ersten Mal eine Miethütte
ausprobiert haben. Wir blieben für zwei Nächte da, im Gegensatz zur
offenen Hütte konnten wir also tagsüber ohne schweres Gepäck
wandern und uns zum Abendessen auch mal etwas Besseres gönnen als
den sonst bei Wanderungen üblichen Fertigfraß aus Trockenpulver.
Für das Frühstück gab es sogar einen funktionstüchtigen
Gaskocher, Luxus! Brauchte man aber auch für das Trinkwasser, denn
an der Quelle warnte ein Schild vor – wie passend zum Ort –
Koli-Bakterien. ;)
Und dann war die Lage noch so
idyllisch... könnt ihr die Stille hören?
Ein bisschen was zu meckern muss man ja
immer haben, nicht wahr, deswegen sei erwähnt, dass der Weg zum Klo
auch schon beinahe eine kleine Wanderung weit war. Aber das ist
jetzt schon Beschweren auf hohem Niveau!
Insgesamt war es ein sehr entspanntes
und naturnahes Wochenende, an dem sogar die meiste Zeit die Sonne
schien (zu dieser Jahreszeit erwarte ich das eigentlich, aber das
Wetter dieses Jahr ist seeehr ungewöhnlich).
| Auf dem Weg zur Hütte - es war stürmisch in letzter Zeit! |
Abends hat die liebe Andrea Holz
gehackt, während ich die Kochstelle in Gang brachte (wer mich noch
von früher kennt, weiß, dass Finnland in meinem Verhältnis zu
Feuer Wunder gewirkt hat!) und anschließend ließen wir es uns so
richtig schmecken. Und da ist der Nachtisch noch gar nicht mit drauf!
Auf eine Empfehlung hin suchten wir zum
Sonnenuntergang einen nahegelegenen Hügel auf und das war ein
wirklich guter Tipp, wir verweilten lange in der friedlichen Ruhe und
genossen den sich immer weiter verfärbenden Himmel. Gut, dass Koli
so weit südlich liegt, sonst wären wir wahrscheinlich nicht so
lange aufgeblieben...
Am nächsten Tag drehten wir eine Runde durch den näher gelegenen Teil des Nationalparks – dunkle Nadelwälder, helle Birkenwälder, ein kleiner Wasserfall, alte Bauernhöfe... (die Kälber waren schon da, die laut Besucherzentrum frisch angekommenen Hühner und Schafe anscheinend aber noch unterwegs. Wie jetzt, gehen die etwa auch wandern?)
Ach ja, und Schnee lag auch noch.
Und natürlich gab es wieder herrliche
Ausblicke in alle Richtungen!
Nach einer weiteren Nacht hieß es dann
leider Abschied nehmen.
| Koli-Abschieds-Selfie |
Doch nicht ohne auf dem Rückweg nach
Oulu einen Abstecher über Stock und Stein zu einem weiteren kleinen
Nationalpark namens Tiilikkajärvi zu machen und noch mal eine Runde zu wandern. Man muss
die Ruhe und Natur genießen, so lange man sie kriegen kann!
Elche haben wir trotz etlicher
Kilometer Straße nicht gesichtet, aber ganz offensichtlich sind die
Warnschilder selbst auch schon eine Touristenattraktion – kurzum,
wir hatten Spaß! :D (Ich hoffe, es gibt nirgends ein Gesetz, das das
Klettern an Elchschildern verbietet, aber ich bin ja zum Glück nicht
so schwer!)
Viel zu schnell ging die Zeit mit
Andrea vorbei, doch gleich am Tag nach ihrem Abflug kam ja schon
Dimo. Mit ihm lag der Schwerpunkt dann zur Abwechslung doch mal auf
Oulu, ich musste ja auch wieder arbeiten. Da passte es ganz gut, dass
Fotografieren eines seiner größten Hobbies ist, selbst wenn Posen
eigentlich nicht zu meinen gehört... Ist noch was Schönes dabei
rausgekommen! :)
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