Sonntag, 17. Mai 2015

Tervareitti

Bei der sogenannten Teerroute handelt es sich um einen ca. 100 km langen Wanderweg vom Nationalpark Rokua bis fast nach Oulu.
Und bei dem knapp 40 km langen Abschnitt zwischen Muhos und Oulu handelt es sich um unsere Wandernotlösung für dieses Wochenende.

Geplant war ja, den Riisitunturi noch mal ohne Schnee zu besuchen.
Das scheiterte allerdings daran, dass er eine Woche vor unserem geplanten Aufbruch noch unter einer 75 cm tiefen weißen Schicht versunken war und auch, wenn sich das innerhalb dieser einen Woche auf 27 cm reduzierte, kann man nicht gerade von idealen Wanderbedingungen sprechen, zumal die Wettervorhersage für die Gegend auch Unmengen von Wasser aus der anderen Richtung vorhersagte.

Was tun? In unserer Notlösung Nummer 1, Oulanka, lag zwar kein Schnee mehr, aber genau das hatte auch dazu geführt, dass man für das Betreten der Wanderwege eine Tauchausrüstung benötigt hätte. Also war in der Region rund um Kuusamo nichts zu machen und wir mussten leider unsere (im Vorverkauf günstiger erstandenen) Bustickets verfallen lassen und hier bleiben. Schade, schade.

Startfoto. Inuq hat jetzt ihren eigenen Rucksack!
Enttäuschungen hab ich nicht so gern, gerade wenn es um ein Wochenende in der Natur gegen eins in den altbekannten vier Wänden geht. Also musste schnell eine einfache und möglichst nicht zu teure/ aufwändige Alternative her. Und was lag da im wahrsten Sinne des Wortes näher als die Tervareitti?

Sumpf
Berge hat se nich, das issn bisschen schade. Aber ich gehe ja auch (neben dem hübschen Anblick von Grün natürlich) wegen dem in die Natur, was man da hört: Nichts. Nichts außer Wind in den Wipfeln, Vogelgezwitscher und Bachglucksen. Herrlich!

Also schnell umgeplant, diesen Plan auch noch auf das Ouluwetter abgestimmt und dann gestern mit dem Bus nach Muhos gefahren.

Auch ohne Stege müssen wir da durch...
Was folgte, waren Sonnenschein (die paar Regentropfen ignorieren wir hier mal!), ziemlich viel Sumpf, nasse Füße und eine Wildnishütte, wie ich sie noch nicht erlebt habe: Erstaunlich groß und voll ausgestattet, sogar mit Geschirr, Spülmittel, Wasserpumpe und einer Sauna. Selbst das Brennholz kam bereits in handlicher Form daher!

Hilde + Idylle
Die dortige Idylle wurde etwas von einem Großfamilientreffen gestört - wenn wir richtig gezählt haben, kamen auf maximal fünf Elternpaare 18, teilweise gar auf den Hüttendächern rumtobende und kreischende Kinder. Aber jeder erste Schock hat auch seine guten Seiten: Erstens mussten die Kids ja irgendwann ins Bett und zweitens war das Feuer in der Sauna noch an und Wasser in den Fässern! Aufgrund einiger Wandlöcher mussten 45 Grad zwar reichen, aber das ist doch schon mal was für die geplagten Muskeln und wehen Füße!

Oh nein, Zivilisation!
In dem Zusammenhang: Wenn ich da draußen bin, frage ich mich oft, warum mich eigentlich die Einbuße von Luxus in Kombination mit körperlichen Schmerzen so glücklich macht. Diese zwei Gründe können damit nämlich erst mal nix zu tun haben! Eine richtig logische Antwort hab ich bis jetzt auch nicht. Aber an der Tatsache lässt sich ebensowenig etwas ändern. Also geh ich weiterhin da raus, um mich glücklich zu quälen... ;)

Frühstück
Ein kleines bisschen Luxus haben wir uns dann heute Morgen in Form von Pfannkuchen zum Frühstück gegönnt.
Und auch meine Outdoornächte gewinnen ab jetzt an Qualität, dem neuen Schlafsack sei Dank! Test bestanden!

Vom Wanderweg selbst gibt es gar nicht so viel zu erzählen. Wenn ihr Nadelwälder und Sumpflandschaften mit hin und wieder einem echten See liebt, kommt ihr hier auf eure Kosten! Und die "Berge" (sagen wir, Hügel) hole ich dann nächste Woche nach. Bis dann!

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