Montag, 12. November 2012

Janakpur

Imposante Bauwerke!
Fuer anderthalb Tage war ich in der hinduistischen Pilgerstadt Janakpur. Vielleicht denkt jetzt der eine oder andere von euch, dass das aber eine kurze Zeit ist, um sich eine ganze Stadt anzuschauen. Aber so gross ist die Stadt nun auch wieder nicht und die Sehenswuerdigkeiten sind alle zu Fuss zu erreichen, auch wenn einem das die Rikschafahrer nicht glauben wollen.

Ich habe Janakpur als Stadt der Gegensaetze empfunden. Auf der einen Seite die praechtigen Palastanlagen, auf der anderen die unglaublichen Mengen von Muell in den Strassen, die teilweise dort verbrannt werden, begleitet von entsprechenden Dueften...

typische Strassenszene am fruehen Morgen
Die Architektur war schon beeindruckend. Ganz anders als sonst irgendwo in Nepal. Nichts mehr vom Newar-Stil. Koennte mir auch vorstellen, dass diese Stadt irgendwo in Indien liegt (selbst wenn ich noch nie dort war).

Die Menschen in den Strassen sind auch alle Nepalesen oder Inder. Alle! Kein einziges Bleichgesicht habe ich getroffen. Dafuer aber viele, die offensichtlich noch nie eins gesehen hatten.

Mittlerweile habe ich mich ja einigermassen dran gewoehnt, dass fast jeder ein Gespreach mit mir anfangen will und wenn das nur bedeutet, dass man im Vorbeigehen gefragt wird, wie es einem geht oder wie man heisst (obwohl sich das sowieso bisher niemand der Einheimischen merken konnte, was nuetzt ihnen also dieses Wissen, erst Recht ohne sonstiges Gespraech?).
Der staendige Wunsch, mit mir zu kommunizieren, produziert teilweise auch so witztige Situationen wie den aelteren Herrn, der am fruehen Nachmittag die Hand zum Gruss an die Stirn hob und mir voller Uerzeugung "Good morning, Sir!" wuenschte. :D

Allerdings war es nicht immer so, dass die Leute den Mund aufbekamen. Es kam mehrere Mal vor, dass sich Trauben von Kindern um mich einfanden und einfach starrten. Gut, mit so etwas muss man rechnen, wenn man eben nicht nur die Touristenghettos sehen will. Frech fand ich es aber schon, wie die jungen Maenner (juenger als ich, aber eigentlich schon lange alt genug, um entweder Namaste oder Hello zu sagen) von ihren Fahrraedern abstiegen, sich vor mich stellten und glotzten. Und glotzten. Und immer noch weiterglotzten. Ich vermute, dass ich mit leuchtend gruener Hautfarbe mitten in Dortmund weniger Blicke auf mich ziehen wuerde.
Einem Typen ist beim Umdrehen die Ladung vom Gepaecktraeger gefallen. Ausnahmsweise sage ich jetzt mal, das hatte er verdient! :)

Es gab aber auch positive Erlebnisse. Ausser an der Hotelrezeption sprach quasi niemand englisch (immerhin dort!). Zum Abendessen habe ich ein einheimisches Lokal aufgesucht und mit meinen paar Brocken Nepali das Essen bestellt und versucht, mich mit den sehr interessierten Leuten dort zu unterhalten. Irgendwie schienen sie zwar zuerst zu glauben, ich sei aus China, aber ansonsten klappte es erstaunlich gut!

Dennoch bin ich irgendwie fast froh, nun wieder in Kathmandu zu sein, trotz zehnstuendiger Busfahrt. Hier geht man so schoen in der Masse unter. :) Aber da ich generell die Landschaften Nepals den Staedten vorziehe, mache ich mich sicher schon bald wieder auf den Weg, um zumindest ein paar ruhigere Staedte oder gar Doerfer zu besuchen. Das ist auch besser fuer die Atemwege...

2 Kommentare:

marko77 hat gesagt…

Hi J! Hope you are having the time of your life? I am so jealous you being there and reading your journey but thats life. Take care! m

Susi und Andreas hat gesagt…

Hallo liebe Judith, heute sind wir in Adelaide und damit endlich mal wieder in der Zivilisation angelangt. Daher kann ich endlich deine aufregenden Abenteuer nachlesen! :) Wir sind begeistert davon und hoffen, dass es dir weiterhin einfach saugut geht!!! Alles Liebe aus Oz von Susi und Andreas