Montag, 29. August 2022

Wie immer

 ... musste ein bisschen Sommer in Finnland auch dieses Jahr sein. Knapp sechs Wochen, von Ende Mai bis Mitte Juli. 
Wie immer genug Mitternachtssonne tanken, um für die dunklere Jahreszeit gerüstet zu sein, wie immer passend zum Sommerfest unseres Büros dort sein, wie immer ein paar interessante Sachen essen oder trinken und natürlich wie (fast) immer dem Mökki in Lappland einen Besuch abstatten. Sommer in Oulu und Umgebung eben.
 
Umgebung von Oulu, na ja - gleich am Ankunftsabend ging es mit dem Nachtzug zurück nach Helsinki. Die liebe Logistik, wenn sich die Dienstreise erst nach Flugbuchung anmeldet... Aber statt nur im Büro zu sitzen, zusätzlich zum Meeting noch ein wenig Baustelle zu schauen und dabei durch den erneuten Frühling zu laufen, macht wenigstens ein bisschen den zusätzlichen Stress wieder gut.

Frühling Sommer! in Südfinnland ;)

Nachtzüge sind eigentlich was Feines - hab lange keinen mehr in Deutschland benutzt, war aber sehr positiv von der Ausstattung überrascht - doch die Mitreisenden kann man sich nicht aussuchen. Und man weiß ja auch um das Alkoholproblem in einem Land, in dem der Kauf solcher Getränke strengsten staatlichen Reglementierungen unterliegt (ob es nicht vielleicht den Reiz des Saufens bis zum Umfallen reduzieren würde, wenn Alkohol so erreichbar wie in Deutschland wäre? Zumindest nach den ersten Jahren der natürlichen Auslese...?). 
Jedenfalls wurde auf der Rückfahrt in meiner Nachbarkabine trotz Nachtruhe ab 22 Uhr weit nach Mitternacht randaliert und gegrölt, was das Zeug hielt. Die Zugbegleiter schlummerten wohl selber, denn erst nach einer halben Stunde kehrte Ruhe ein. Meine Genugtuung am nächsten Morgen (ja, ich bin fies, aber die Störung war ja auch nicht nett!): Bei offener Abteiltür sah ich den Übeltäter in voller Montur auf dem Bett ratzen, während der Fußboden bis zur Türschwelle in einer Flüssigkeit schwamm, die der Farbe nach Kaffee oder Schwarzbier sein musste. Sein Gepäck lag natürlich auf dem Boden. Also vielleicht war ihm das ja eine Lehre - noch mehr, falls er nicht bis zur Endstation im ganz hohen Norden wollte, denn ob er vorher wirklich aufgewacht ist? Ich werde es nie erfahren...

Nach diesen stressigen ersten zwei Tagen konnte der ganz normale Alltag aber schließlich wieder losgehen.

Zu welchem auch unser Bürohund Halla gehört :)

Ansonsten natürlich die übliche Umgebung zwischen Großstadt und Wasser

und ein belebter Marktplatz (dieses Fischrestaurant gerade nicht, aber ich fand die Zitronenfläschchen auf den Decken so hübsch!).

Diese Saison haben sich die e-Roller mindestens vervierfacht im Vergleich zum letzten Jahr. Eigentlich finde ich es ein gutes Konzept für die Fortbewegung in und um die City, aber an der Parkplatzkultur muss noch dringend gearbeitet werden. Und das ist nur unser Hauszuweg 3 km außerhalb. In der Innenstadt... davon reden wir jetzt besser erst gar nicht.

10.6.: Es ist schon längst warm, aber der Schnee hält sich immer noch hartnäckig.

Manchmal ist das Wetter auch etwas ungemütlicher. Aber auch Sturm hat was...

So, erste Unterbrechung des Alltags: Sommerfest! Wieder ein Punkt von der Löffelliste abgehakt: Wir waren Pesäpallo spielen. Also endlich den finnischen Nationalsport ausprobiert! Eigentlich ist es beinahe Baseball, aber eben nicht ganz...

Noch geben alle vollen Einsatz. Wenig später ist mindestens die Hälfte der Leute von Schmerzen an den verschiedensten Stellen gepeinigt... Aber wir hatten Spaß und super Wetter, das ist die Hauptsache!

Und außerdem geht es nach dem anschließenden guten Essen extrem entspannt zu, bei einer Fahrt mit dem Saunaboot auf dem Oulujoki. Auch wenn wir hier gerade nach Säufern aussehen, die Sauna und sogar die Erfrischung im Fluss sind nicht zu kurz gekommen!


Dieses Jahr waren wir außerdem zum ersten Mal ganz klassisch wirklich über Mittsommer am Mökki von Joris Vater. Ein verlängertes Wochenende und mein einziger "richtiger" Finnlandurlaub diesen Sommer. Alles entspannt wie immer, mit einer Neuerung: einer Hängematte. Damit es sogar noch entspannter zugehen kann.

Irnijärvi-Idylle

Faulenzen...

Sich das Abendessen erarbeiten.

Spazieren gehen.

Das beste Licht hat man nachts

F(r)isch aus dem See (nicht das Gemüse! ;) )

Wo wir schon bei Kulinarik sind: Natürlich wurde auch sonst wieder gut gegessen.

Die abgewandelte Version von Lissys Spargeltarte - jedes Jahr zur Spargelzeit wieder ein Muss!

Endlich haben wir es auch in das (vor mindestens einem Jahr) "neu"eröffnete Ramen-Restaurant geschafft!

Neuerscheinung dieses Jahres: Mudcake in der Pfefferkuchenversion!

Und hier der exotischste Vertreter der Serie "Saunagetränk". Ich glaub, das Zeug muss aus Amerika kommen...

Apropos kurios. So was bieten sie in Finnland also den Kids an! Unicorn Balls, Camel Balls (von denen kein Foto) und die Bonbons des Esels mit der großen Oberweite heißen übersetzt "heiße Hügel". Wenn es schon an der Süßigkeitentheke so abgeht, warum nochmal sind gemischte Saunen dann immer noch so selten? Oder etwa gerade deswegen...?



Und weil es immer wieder Gelegenheit gibt, Tierfotos zu schießen, werdet ihr auch dieses Mal nicht ganz davon verschont. Ist aber auch wirklich erstaunlich, wie zutraulich die alle sind! Zu enges Zusammenleben mit Menschen würde ich sagen. Die Babyente hat sich wirklich lange (zum Glück erfolglos!) abgemüht, Teile meiner Schuhe zu fressen!

Die Rasenmäh-äh-äh-er an der Küste verkriechen sich vor der Hitze im Schatten (ja, auch Finnland kann im Sommer manchmal heiß! Allerdings im Allgemeinen nicht ganz so ausdauernd, wie wir das kürzlich in Deutschland erleben konnten).

 
Und ab und an trifft man auch mal einen Fasan oder andere wirklich noch wildlebende Tiere.


Besonders, wenn man mal nach Feierabend oder am Wochenende ein paar Kilometer hinaus in die Vororte fährt. Da, wo der Sommer in voller Blüte steht!

 
Noch weiter draußen, in Muhos: Die Symbiose von Zivilisation und Wildnis. Schöne Gegend zum Spazierengehen! Im Wald allerdings zu dieser Jahreszeit leider besser nur mit Moskitonetz.


Na ja, ansonsten auch wie immer: Mindestens einmal (gerne auch öfter) mit dem Rad ziellos irgendwohin fahren und sich mit irgendeinem Fast Food irgendwo draußen niederlassen. An heißen Tagen wie diesen auch gerne dort, wo man sich anschließend noch erfrischen kann.


Apropos Fahrrad: Bin ich geschrumpft oder ist das Rad gewachsen? ;)


Und zum Abschluss eines wieder mal schönen Aufenthalts auch wie immer: Sich mit 'ner Freundin irgendwo am gegenüberliegenden Ufer niederlassen, um einem Rockfestival für ganz umsonst in viel angenehmerer Lautstäke zu lauschen, als wenn man für teures Geld direkt vor der Bühne stehen würde. Gelungener erster Urlaubstag!

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