Freitag, 6. Dezember 2019

Welcome to California!

Erst war es nur eine Schnapsidee (allerdings ohne Schnapseinfluss), dann ein bisschen Zufall und knapp sieben Wochen vor Urlaubsbeginn stand es schließlich auch in Form von Tickets fest: Es geht wirklich über den großen Teich.

Eiiigentlich wollte ich zwar schon in die Sonne, aber doch nicht gleich sooo weit weg (wenn ein Satz schon mit eigentlich beginnt!).
Ich muss sagen, die Anreise ist mir nicht so lang geworden wie zunächst befürchtet. Was vielleicht auch mit daran lag, wie spannend ich es fand, über Grönland zu fliegen! Schnee, Eis und Berge im Mondschein, so weit das Auge reicht. Und dazwischen ganz überraschend - Licht! Das wieder verschwand und schließlich erneut hervorkam: Leuchttürme, ein winziges Stück Zivilisation in der riesigen Wildnis.
Unsere Erde ist schon faszinierend!

Los Angeles

 

Beim Landeanflug verstand ich erst so richtig, was ich bei einer Kurzrecherche im Internet gelesen hatte: Dass L.A. trotz seiner ca. 4 Millionen Einwohner (im Großraum gar über 13 Millionen!) bis auf Downtown nichts als ein Riesenvorort sei. Ernsthaft, Einfamilienhäuser so weit das Auge reicht? Dort hat man Platz...

Mir stellte sich die Frage, was ich denn sehen will, wenn ich schon einmal anreisetechnisch bedingt sowieso da bin. Na, was kommt Otto Normaltourist als erstes in den Sinn?


Hollywood natürlich, mir jedenfalls. Nach einer Nacht in Flughafennähe holten wir unser für das Land grundsätzlich typische, doch in seiner Winzigkeit dennoch ungewöhnliche Transportmittel ab - einen Ford Fiesta! Vom nächsten Hotel am anderen Ende der Stadt war es dann nur noch ein (in der ungewohnten Hitze recht anstrengender und staubiger) Spaziergang durch den Griffith Park bis zum Observatiorium, von wo aus man einen guten Ausblick über die Metropole und natürlich auf die berühmten neun Buchstaben hat. Und weil Laufen für uns Europäer so schön ist (oder weil sich das U-Bahn-Ticket für die eine Station wirklich nicht gelohnt hätte), gingen wir anschließend auch noch zum Walk of Fame, am hellichten Tag Sterne kucken. ;) Ich fand's ja super, dass Lassie einen hatte!

Am nächsten Morgen wurde es dann doch die U-Bahn, denn wer keine Ahnung hat, wie es mit dem Verkehr und Parkplätzen in Downtown aussieht, verlässt sich lieber auf das, was er kennt! Ich war verwundert, wie leer es überall war, bis mir klar wurde, dass Samstag ist. Aber trotzdem, SO leer im Zentrum? Wir kamen gar an einem Einkaufszentrum vorbei, das Sa+So geschlossen war, Betreten außerhalb der Öffnungszeiten strengstens verboten! Am Wochenende wird in Amerika also nicht geshoppt? Oder zumindest nicht in Downtown? Na ja, gab ja auch so genug zu sehen.


Hochhäuser natürlich und einen im Gegensatz zum Rest der Stadt sehr gut besuchten Food Market, der mich an ähnliche Orte von meinen Asienreisen erinnerte.

Und, weil jede Stadt, die was auf sich hält, heutzutage ein solches Stück Architektur besitzt: Die Walt Disney Concert Hall von Gehry.


Auf unserem ausgedehnten Stadtrundgang (wieder die Euröpäer raushängen lassen und überall zu Fuß gewesen) stand auch China Town auf dem Programm. Eine moderne Wohngegend auf dem Weg dorthin erinnerte mich gar etwas an unseren Heimatkontinent.


Weil es gar nicht mehr weit war, wollte ich auch noch unbedingt zur Olvera Street. Zufällig hatte ich kurz zuvor einen Roman über die Gegend gelesen. Darin heißt es in etwa (den genauen Wortlaut kann ich gerade nicht nachlesen): "'Wenn Los Angeles ein Herz hätte', dachte Erica, 'dann wäre es hier in der Olvera Street.'" Ericas Herz der Stadt ist also der Ort, wo sie einst gegründet wurde. Heute zieren rechts und links gemütliche Restaurants und in der Mitte bunte Marktstände mit mexikanisch anmutenden Waren die enge Gasse. Das älteste Haus der Stadt, erbaut ca. 1818, befindet sich ebenfalls hier - eine ganz andere Welt, wenn man gerade noch zwischen Wolkenkratzern gestanden hat!


Für Little Tokyo hätte ich weniger frühstücken müssen, überall gab es Verlockungen, denen ich mengentechnisch in dem Moment einfach nicht gewachsen gewesen wäre. Schließlich gab es doch noch eine Chance, die Takoyaki-Portion sah schaffbar aus. Und es waren garantiert die besten seit damals in Kyoto!


Den Bahnhof hätte ich von außen übrigens beinahe für eine Kirche gehalten. Schönes altes Gebäude!

Und das hier ist der Sunset Boulevard - ein Musical, das ich nie gesehen habe und aus dem mich das gleichnamige Lied trotzdem schon seit Kindheitstagen begleitet hat. Die 200 m Umweg dafür musste ich einfach noch machen! :)


Am Nachmittag des gleichen Tages ging es schließlich raus aus der Stadt in Richtung Wüste. Amerikanische Straßen sind schon was anderes, als man aus Europa gewöhnt ist!



Palm Desert


Dieser klassische Urlaubsort (mit etwa 350 Sonnentagen im Jahr!) war also für die nächste Woche unser Standort. Im Hintergrund zu allen Seiten die umliegenden Berge des Coachella Valleys, dazwischen ziemlich viele quietschgrüne Golfplätze und unzählige Palmen und auf den bisher unbebauten Blöcken der Stadt nach wie vor Wüste. Krasses Setting, aber ganz tauglich, um im Urlaub anzukommen! :D



Die Umgebung bot sich natürlich auch für Ausflüge an. Der erste davon führte uns in einen besonders schönen Teil der Wüste: Den

Joshua Tree National Park

 

Ziemlich warm und sonnig, aber vor allem toll anzusehen, all die Felsformationen und die Wüstenpflanzen. Der namensgebende Baum ist übrigens eine Yucca-Art.





"Keys View", Ausblick auf das Coachella Valley
"Totenkopf"


Diese Kakteen wuchsen sage und schreibe nur an einer einzigen Stelle, dort dafür aber massenweise. Und nach so viel Wüste war das leuchtende Grün einer kleinen Wasserstelle am anderen Ende des Nationalparks ein faszinierender Farbton!


Nachdem wir einen Tag ausgeruht hatten, war auch wieder wandern drin. Also mein Plan wäre ja gewesen, den heißesten Tag der Woche irgendwo auf einem kühleren Berg zu verbringen, aber irgendwie landeten wir dann doch in den

Indian Canyons

 

Und waren damit zwei von vermutlich ganz wenigen verrückten Menschen, die sich ausgerechnet um die Mittagszeit in diese heiße Gegend aufmachten.
Hatte man den Einstieg durch die pralle Sonne aber erst mal (in meinem Fall mit Hilfe eines Schirms und ungewöhnlichen Mengen Trinkwasser) hinter sich gebracht, wurde man mit einer überwiegend schattigen Oase und wieder tollen und ganz anderen Felsformationen belohnt.



Auf den besagten Berg sind wir natürlich zu einem anderen Zeitpunkt auch noch rauf. Mit der Aerial Tramway (der größten rotierenden Kabinenbahn der Welt) in den

Mount San Jacinto State Park

 

Wow. Nach Tagen der Wüste plötzlich SO WAS. So was Schönes, Grünes, Kaltes, ... eine völlig andere Welt. Also Klimazone zumindest. :) Nach den 30 Grad unten nun vielleicht gerade noch so 13. Und was für ein Wald! Wenn ich je wiederkommen sollte, dann gehe ich dort richtig wandern, so mit vorbereitet sein und Zelt und so! Tolle Landschaft!


Die Kiefern sind etwas größer da oben, bei einigen reichen vermutlich drei Menschen nicht aus, um sie zu umspannen.


Und geht man an den Rand des Waldes, hat man Ausblicke auf die Wüstenstädte.



Und hierfür schließlich hatte man uns empfohlen, auf jeden Fall abends dort oben zu sein: Um den Sonnenuntergang und schließlich den Einbruch der Nacht über dem Tal miterleben zu können.


Die übrige Zeit in Palm Desert verlief recht unaktiv. Einkaufen, Pool, Balkon, einfach mal ein paar Kilometer Umweg fahren, um einen grandiosen Dattelshake zu probieren...

So schnell ist eine Woche um und es ging zurück nach L.A. Bevor wir uns am nächsten Tag aber auf die nächste Etappe unserer Reise begaben, blieb noch ein Nachmittag Zeit, uns in einer anderen Ecke der Metropolregion umzuschauen.

Santa Monica

 

Das vermutlich bekannteste Bauwerk der Stadt ist sein Pier. Hatte ich sogar mal gehört, dass es hiervon irgendwo einen 1:1 Nachbau gibt für die vielen Filmszenen, die hier spielen? Es handelt sich hierbei außerdem um den Endpunkt der historischen Route 66.



Der wohl berühmteste Strand von L.A., Venice Beach, geht nahtlos in Santa Monica Beach über. Mir gefiel das Sportangebot an der Uferpromenade und die letzten verbliebenen schicken Holzhäuser!



Knapp drei Wochen später bot sich noch einmal der Ausblick auf L.A. bei Nacht - aber bis dahin wollte ja noch viel anderes gesehen werden... davon dann mehr im nächsten Artikel.

Keine Kommentare: