Schon als mich die Kiefern auf dem Flughafenvorplatz begrüssten, wusste ich, ich bin wieder zu Hause. Zumindest so zu Hause, wie jemand, der ein solches gerade nicht hat, sich fühlen kann.
Die Freude, wieder zurück zu sein, machte sich in Form eines Dauergrinsens auf meinem Gesicht breit und ließ sich von da erst mal eine ganze Zeit nicht wegwischen. Fast fünf Wochen Finnland lagen vor mir, die Sonne tauchte alles in ihr goldenes Licht, wie es eben nur im Norden scheint und ich war noch keine Stunde da, da machten Jori und ich auch schon einen dieser ungeplanten Fahrradausflüge zu einem der unzähligen Takeaway-Restaurants und setzten uns für ein Abendessen an den nächstbesten See.
Schööön - und abgesehen davon hießen mich sogar die Mücken gleich Willkommen ;) (Vorab gesagt, ich habe trotzdem in dem ganzen Monat weniger Stiche eingesammelt als in den Wochen davor in Deutschland, also kein Grund, den finnischen Sommer zu fürchten!)
Zum Nachtisch Veilcheneis aus der besten Eisdiele der Stadt - ja, die Finnen essen auch dieses Jahr noch ihre Pflanzen!
Zum Nachtisch Veilcheneis aus der besten Eisdiele der Stadt - ja, die Finnen essen auch dieses Jahr noch ihre Pflanzen!
Als mich am nächsten Morgen vor der Kirche eine der Schwestern herzlich begrüßte und rief, dass sie mich ja sooo lange nicht gesehen hätte und sich schon gefragt hätte, was mit mir sei, fühlte ich mich einmal mehr zurück zu Hause. Sie wusste sogar noch meinen Namen, obwohl wir uns vor langer Zeit nur einmal vorgestellt hatten (zum Glück hatte ich mir auch ihren gemerkt!). Es ist schön zu merken, dass auch weit weg noch jemand völlig Unerwartetes an einen denkt...
Ja, in Oulu zu sein, tat richtig gut. Fast jedes Mal, wenn ich am Marktplatz vorbeikam, spielte vor einem Café jemand Livemusik, in der Luft kreischten die Möwen und am Ufer saßen Unmegen von Menschen, die genau wie ich den Sommer genossen...
Besonders gefreut hatte ich mich auf Mittsommer und erst recht die magische Juhannusnacht - wenn alte Bräuche wieder so richtig erlebbar werden, die Menschen ihre Häuser mit Birkenzweigen und selbstgepflückten Blumensträußen schmücken und man irgendwie spüren kann, dass doch ein bisschen Zauberkraft in der Luft liegt (die alten Sagen können doch kein Aberglaube sein, oder?)...
Na ja, dieses Jahr fiel es allerdings so gründlich ins Wasser, dass die ganze Magie davongespült wurde. An dem einen Wochenende mehr Niederschlag als während meiner gesamten Abwesenheit der vorherigen vier Monate! Die Bauern, die wegen der Trockenheit schon Angst um die Ernte hatten, werden froh gewesen sein, ich dagegen nicht so. Doch wenigstens ließ sich noch ein Abendessen gemischt aus traditionellem Mittsommeressen (neue Kartoffeln mit Frühlingszwiebelsoße und Fisch) sowie zünftigem Grill (vom überdachten Balkon) auftreiben. Neuer, sonnigerer Versuch nächstes Jahr!
Immerhin war das Wetter am folgenden Wochenende nur noch kalt, aber nicht mehr nass. Endlich ein (wenn auch leider nicht mehr langes) Mökkiwochenende in Lappland! Darauf hatte ich mich schon sooo lange gefreut.
Einfach nur da sein - Boot fahren, angeln, grillen, essen, in die Sauna gehen... Und am Wichtigsten von allem: die Stille genießen.
Nachts aufs Wasser schauen, wenn die Sonne am niedrigsten steht und nichts hören als ein paar Vogelschreie, die der Wald als Echo zurückwirft. Sich (mal wieder) vorstellen, was für ein Glück wir doch haben, auf ausgerechnet diesem Riesenraumschiff durchs All unterwegs zu sein und irgendwo ziemlich hoch im Norden auf dieser Kugel zu stehen - mitten im Paradies...
Wenn irgendwer von euch das jetzt etwas dick aufgetragen und kitschig findet, kommt einfach mal mit, ihr werdet schon sehen!
Es ist schön, wenn man mal nicht so viel organisieren muss und wieder ein bisschen "leben" kann - selbst wenn ich in meinen ersten drei Wochen in Finnland eigentlich viel zu viele Überstunden gemacht habe. Manchmal sind Deadlines eben ziemlich doof. Aber trotzdem habe ich es irgendwie noch geschafft, Freunde zu treffen, weitere Spontanradtouren zu unternehmen und schließlich war in der vierten Woche plötzlich kaum noch was zu tun (Juli in Finnland...), so dass ich etwas eher als geplant in den Sommerurlaub starten konnte. Davon dann mehr beim nächsten Mal...
| Das Thermometer, das nur Minusgrade kann, zum Glück oberhalb davon :) |
| Das Fleckchen im Paradies - Joris Vaters Häuschen am See |
Einfach nur da sein - Boot fahren, angeln, grillen, essen, in die Sauna gehen... Und am Wichtigsten von allem: die Stille genießen.
Nachts aufs Wasser schauen, wenn die Sonne am niedrigsten steht und nichts hören als ein paar Vogelschreie, die der Wald als Echo zurückwirft. Sich (mal wieder) vorstellen, was für ein Glück wir doch haben, auf ausgerechnet diesem Riesenraumschiff durchs All unterwegs zu sein und irgendwo ziemlich hoch im Norden auf dieser Kugel zu stehen - mitten im Paradies...
Wenn irgendwer von euch das jetzt etwas dick aufgetragen und kitschig findet, kommt einfach mal mit, ihr werdet schon sehen!
Es ist schön, wenn man mal nicht so viel organisieren muss und wieder ein bisschen "leben" kann - selbst wenn ich in meinen ersten drei Wochen in Finnland eigentlich viel zu viele Überstunden gemacht habe. Manchmal sind Deadlines eben ziemlich doof. Aber trotzdem habe ich es irgendwie noch geschafft, Freunde zu treffen, weitere Spontanradtouren zu unternehmen und schließlich war in der vierten Woche plötzlich kaum noch was zu tun (Juli in Finnland...), so dass ich etwas eher als geplant in den Sommerurlaub starten konnte. Davon dann mehr beim nächsten Mal...
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