Anfänglich dachte ich noch, Hauptsache Löwen, Giraffen und Zebras (in der Reihenfolge!), alles andere ist Bonus. Nun, mit der Zeit reichte das dann wohl doch nicht mehr. Erst die Big Five, dann... (Um es vorweg zu nehmen, alle meine Wünsche wurden erfüllt! Aber was sie waren, verrate ich noch nicht, denn mein ganz persönliches Highlight wartete erst in Kenia auf mich. Es soll ja spannend bleiben! ;) )
Heute widme ich mich also ausschließlich der Tierwelt in Namibia und Botsuana.
Los ging es für uns mit zwei Tagen im Etosha-Nationalpark.
Mein Wunsch nach Zebras war mir ja schon in Form von Bergzebras in der Namib erfüllt worden. Diese unterscheiden sich von den "normalen" Zebras in ihrem Muster, die Streifen gehen nämlich bei den Bergzebras nicht bis unter den Bauch. Ansonsten sehen sie für den Nichtkenner wie mich ziemlich ähnlich aus. Und niedlich auf jeden Fall! (Ich weeeiß, sind Wildtiere! Aber mir gelingt es sogar, Hyänen niedlich zu finden und die zählen angeblich zu den "Ugly Five"!)
An den Wasserlöchern treffen sich alle Tierarten. Und ja, natürlich auch meine langersehnten Giraffen! Wobei ich ja finde, dass sie sich besonders gut zwischen all den typischen, gelb blühenden Dornenbüschen machen!
Die häufigsten Tiere sind allerdings Antilopen jeglicher Art. Impala, Oryx, Kudu, Gnu, Springbock und wie sie alle heißen. Man sieht sie so oft, dass ich beinahe vergessen hätte, Fotos von ihnen zu machen! Ein rennender, nein fliegender (also beinahe), also eigentlich springender Springbock ist wirklich ein fröhlicher Anblick!
Selbstverständlich sind auch Elefanten von einer Safari nicht wegzudenken und waren in Etosha die ersten der Big Five, die wir sahen (bzw. der Big Four, denn für Büffel ist der Park zu trocken). Die zweiten waren die Nashörner - Breitmaul und Spitzmaul.
Wenn man an der Salzpfanne von Etosha steht, fühlt man sich wieder wie in der Wüste. Nur eine weiße dieses Mal.
Nach meinem persönlichen Platz 3, Zebras, und Platz 2, Giraffen, fehlte eigentlich nur noch ein Löwe zu meinem Glück. Und nach etwas Suchen wurden wir an Tag zwei auch tatsächlich fündig. Und nicht nur das - in der Nähe eines Wasserlochs hatte sich ein Löwenpärchen niedergelassen und sorgte allein durch seine Anwesenheit dafür, dass alle übrigen Tiere höchst aufmerksam waren. Doch kein Grund zur Sorge, die beiden waren beim Date und interessierten sich nur für das Eine - und dafür, sich dazwischen ausgiebig auszuruhen.
Nachmittags fanden wir schließlich auch noch eine Löwin auf der Pirsch.
Ansonsten noch mehr Gnus, Schakale, Erdhörnchen, ...
... und verschiedenste Vögel (links unten Botsuanas Nationalvogel).
Einer der beiden Campingplätze in Etosha besitzt einen Aussichtsturm, von wo aus man die Sonne rot über der Savanne untergehen sehen kann.
Und nach Einbruch der Dunkelheit schließlich könnte man noch Stunden an den beleuchteten Wasserlöchern verbringen, um eine Elefantenfamilie nach der nächsten trinken zu sehen. Es macht beinahe den Eindruck, dass sie außerhalb des Lichtkegels in langer Reihe Schlange stehen, bis sie dran sind. Aber nicht nur Elefanten kommen vorbei, auch Hyänen und Nashörner mit ihrem Nachwuchs lassen sich sehen.
Zwei Tage Etosha und die Big Three gesehen, das ist doch schon mal ein guter Anfang!
Von hier aus ging die Reise weiter über die Hauptstadt Windhuk (Stadtführung mit viel Geschichte) in Richtung Botsuana.
Ein Naturwunder, das seinesgleichen sucht: das Okavangodelta. Ein Fluss, der sich auffächert und in der Wüste endet, sein Wasserstand abhängig von den saisonalen Regenfällen, Paradies für unzählige Tiere.
Von seinen Ausmaßen kann man sich nur von oben ein wirkliches Bild machen. Den optionalen Rundflug habe ich mir vorträglich zum Geburtstag geschenkt :)
Von Maun am unteren Delta ging es los in unserer Achtsitzermaschine mit mir auf dem Copilotenplatz - der Bonus der Alleinreisenden. Wir hatten einen super Piloten (wie man's nimmt): Kurven ermöglichten den direkten Blick nach unten und durch den Wechsel der Flughöhe kamen wir zwischendurch fast auf Augenhöhe mit den watenden Elefanten und schlummernden Flusspferden. Leider hatte das seinen Preis in der Magengegend... (Wenigstens war ich dadurch nicht zu traurig, wie schnell 45 min vorbei sein können.) Da die Papiertüte aber unbenutzt blieb, behalte ich dieses einmalige Erlebnis trotzdem in bester Erinnerung!
Bei einer kleinen Führung am gleichen Tag lernten wir über Termiten, ansonsten war sie nicht so spektakulär, doch die abendliche Bootstour auf der Lagune gefiel mir gut. Alles sehr entspannt.
Die meisten Tiere, die man dort zu sehen bekommt, sind Vögel. Fischadler, Schlangenhalsvogel, Graufischer und noch so viel mehr...
Aber auch Krokodile aller Größen, also besser nicht baden gehen ;)
Was ich am nächsten Tag ganz besonders genossen habe, war das Nicht-packen-müssen. Und die Fahrt in den Einbäumen, die heutzutage aus Umweltschutzgründen keine echten Bäume mehr, sondern Glasfaserboote sind.
Wer sich wundert, warum ich eine Krone trage :D ... Beim Frühstück wurde ich mit Luftballons und Luftschlagen überhäuft und man nahm mir das Versprechen ab, mein Krönchen auch ja den ganzen Tag aufzulassen! Wie alt wurde ich noch mal? 12 glaube ich...? ;)
Habe mich jedenfalls super darüber gefreut, dass meine Mitreisenden an mich gedacht haben! Wenn schon weder Familie noch Freunde bei mir sein konnten...
Spannend wurde es auch noch und für einen kleinen Moment fragte ich mich sogar, ob dies wohl mein letzter Geburtstag sein sollte, aber natürlich: Ende gut, alles gut. Zumindest einmal einen Adrenalinkick bekommen!
Schuld daran war ein Elefant. Ein großes, männliches Tier mit den längsten und spitzesten Stoßzähnen, die mir je begegnet waren (sie wachsen das gesamte Leben lang). Ein Elefant, der nach Aussagen unserer Guides gar nicht an Menschen gewöhnt war. Das hatten sie an seinem Verhalten gesehen, natürlich nachdem wir uns zu Fuß auf den Weg hinter ihm her gemacht hatten und ihm versehentlich viel zu nahe kamen, nur durch ein paar hohe Büsche von ihm getrennt.
Das Versteckspiel verlief nach genauesten Anweisungen der Guides: In einer Reihe laufen, beim Warten als Gruppe eng zusammenstehen und ja kein Mucks, denn Stimmen machen Elefanten aggressiv! Im Notfall klatschen, davor haben sie Angst. M-hm.
Unsere Anführer versuchten herauszufinden, in welche Richtung der Elefant unterwegs war, doch die Antwort darauf lautete: Mehr oder weniger im Kreis.
Schließlich schien es einen geeigneten Platz zu geben, um ihn zu beobachten - etwas weiter weg als die vorigen nur 10 m und hohes Gras dazwischen, über das hinweg wir das Riesentier beobachten konnten. Von der Seite. Ein Auge des Elefants auf uns gerichtet. "Don't move!" war die klare Anweisung des Guides, aber einige hatten entweder akustisch oder inhaltlich Verständnisprobleme und liefen fröhlich mit ihrer Kamera in die erste Reihe, um ein besseres Foto zu bekommen. Das scheint dem Elefanten nicht so gefallen zu haben. Er drehte seinen Kopf in unsere Richtung und starrte uns drohend an (was für Zähne!!!). Vor Schreck bin ich mir nicht mal mehr sicher, ob er bereits einen Schritt auf uns zu machte oder ob der Guide bereits vorher anfing zu klatschen, doch wir stimmten alle mit ein und schließlich schien es dem Tier zu unheimlich zu werden und es ging in die andere Richtung davon. Puuh!
Na ja, das war die Story für heute. Die abendliche Bootsfahrt war dann wie am Vortag wieder sehr entspannt und bot uns einen herrlichen Sonnenuntergang. Was für die Romantiker... ;)
Über einen kleinen "Umweg" durch den Caprivi-Strip, der uns zwei Grenzübergänge mehr, dafür aber 300 km weniger bescherte, ging es in den Chobe Nationalpark.
Dieser ist mir besonders aufgrund der großen Herden in Erinnerung geblieben. Am ersten Tag waren wir mit dem Boot unterwegs und sahen insbesondere viele Elefanten in Mutter-Kind-Herden und in Bachelor-Herden (die männlichen Jugendlichen werden irgendwann aus der Familienherde vertrieben und sind ab da als Einzelgänger oder in männlichen Herden unterwegs). Vor dem Fressen wird das Gras immer schön saubergeschüttelt. Dazwischen auch den einen oder anderen Vogel, ein paar Krokodile, Paviane und Antilopen.
Und endlich meine ersten Flusspferde aus der Nähe. Und schließlich Nummer Vier der Big Five: ganz viele Büffel.
Am nächsten Morgen brachen wir, dieses Mal mit Allradautos, noch im Dunkeln auf, immer in der Hoffnung auf einen Leoparden, um die Big Five zu komplettieren. So viel Glück war uns dann doch nicht vergönnt, aber trotzdem fand eine Menge Wildleben den Weg vor die Linse.
So, hab mich extra beeilt, damit ich mir nun ein wenig freinehmen und mit unserem Couchsurfer die letzten Überbleibsel des finnischen Herbstes genießen kann. Von Simbabwe und was dann noch folgte, hört ihr danach...
2 Kommentare:
Wow, wow und nochmal wow! Dies ist bestimmt Joris Lieblingsbeitrag :-) Was für schöne Bilder von den Tieren, wie fantastisch muss dann erst deren leibhaftiger Anblick sein! Den Leoparden hätte ich jetzt auch gerne gesehen. Wie weit waren die Tiere denn meist so entfernt? Also, mal abgesehen von der Fast-Tuchfühlung mit dem Rüsselträger ...
Freue mich schon auf die Berichte aus Kenia, die Gegend könnte mich ja tatsächlich auch reizen.
Vielen Dank für Deine fleißige und unterhaltsame Berichterstattung! Ach ja, und nachträglich alles Gute zum Geburtstag! ;-)... süßes Krönchen ... :-D
Sooooo schöne Fotos... Nadine
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