Zu allererst einmal Frohe Ostern euch
allen!
Hiermit melde ich mich wieder zurück.
Und für die, die gar nicht wussten, dass ich weg war und sich
vielleicht wunderten, warum es hier seit Wochen so still war: Habe
gerade eben eine tolle Reise hinter mir – knapp vier Wochen Japan!
Ermöglicht durch meinen super
Arbeitsplatz, wo ich einfach so, außerhalb der Urlaubssaison, so
lange unbezahlten Urlaub nehmen durfte. Ich bin meinem Team
unglaublich dankbar für diese Möglichkeit! Nun kann ich nächste
Woche wieder erholt und motiviert neu anfangen.
Zum ersten Mal seit Langem ist mein
Reisehunger nun wieder etwas gestillt - ich habe viel gesehen und
erlebt und mal wirklich den Alltag vergessen können, was mir sonst eher
selten gelingt, denn zu oft kommt mir im Urlaub der Gedanke daran,
dass über die Hälfte schon rum ist, bevor ich überhaupt
abgeschaltet habe.
Nicht dieses Mal.
Natürlich war diese Reise immer noch
zu kurz, um alles zu sehen oder machen, was ich gerne gesehen oder
gemacht hätte. Und bei einem vielseitigen Land wie Japan wäre mir
selbst in drei Monaten bestimmt nicht langweilig geworden! An einigen
Orten hätte ich mir mehr Zeit gelassen und zusätzliche hätte ich
besucht. Aber ich hatte nun mal nicht alle Zeit der Welt und doch
genug für einen ersten Eindruck. Und den möchte ich mit euch
teilen.
Meine Fotos wollen noch sortiert
werden. Und glaubt mir, ich habe viele davon! Das dauert, deswegen
schreibe ich meinen Reisebericht in Abschnitten. Heute fange ich dort
an, wo auch meine Reise anfing und endete: In der früheren
Hauptstadt und dem kulturellen Zentrum des Landes, Kyoto.
Wer sich jetzt fragt, warum überhaupt
ausgerechnet Japan... Nun, die Grundidee dahinter war, dass Flüge in
Länder wie Japan oder Korea häufig über Helsinki gehen. Und dass
ich doch, wenn ich hier schon reisetechnisch am A.... der Welt wohne,
das wenigstens nutzen sollte und so lange ich hier bin wenigstens die
paar Länder besuche, die von hier aus mal ausnahmsweise
näher sind als von Deutschland.
Nicht, dass ich Freude daran hätte,
zehn Stunden in ein Flugzeug gepfercht zu sein. Aber wann, wenn nicht
jetzt? Und vermeiden lässt es sich eben nicht, wenn man auch das
andere Ende der Welt sehen möchte...
Es traf sich gut, dass Freunde von mir
ebenfalls nach Japan reisen wollten. Zusätzlich waren die Flüge
mal wieder bei den (euch fleißigen Lesern schon bekannten) Hullut
Päivät günstig zu haben. Wie viele Argumente braucht man noch? :)
| mitten in Kyoto |
| unser Häuschen |
Aber zurück zu Kyoto.
Pati und Jouni bevorzugten es, die
Region Kyoto ganz ausführlich kennen zu lernen und gegebenenfalls
für andere Regionen später wiederzukommen, daher mieteten sie dort
für vier Wochen ein kleines Reihenhaus mitten in einem Wohnviertel,
wo ich (und Jori, der sich in letzter Minute vor unserer
Flugbuchung zum Mitkommen entschieden hatte) für ein paar Tage mit
wohnen konnten.
Ich persönlich habe ja keine Ahnung, wie
lange es bis zu meinem nächsten Besuch in Japan dauern kann, also
wollte ich nicht nur um einen Festpunkt kreisen, sondern lieber einen
möglichst breiten Querschnitt des Landes sehen, ganz abgesehen
davon, dass ich einfach gerne ein bisschen auf Achse bin, den Frühling suchte und so weiter... ;)
Und so sahen wir auf unserer Rundreise Wetter von verschneit
bis sommerlich, Landschaft von Südsee bis Vulkan, Orte von
Millionenstadt bis Dorf und Essen von lecker bis ...seltsam. Ich
denke, dem Essen werde ich einen eigenen Artikel widmen. Es ist
wirklich anders dort.
Da sind wir nun - so frisch kann ich nach einer beinahe durchgemachten Nacht im Flugzeug aussehen! ;)
Vielleicht hatte es aber auch was mit dem Wetter zu tun. Es war warm, richtig warm sogar für jemanden, der soeben aus Finnland kommt, und außerdem war die Wiedersehensfreude evtl. nicht ganz unschuldig. Die anderen drei sind schließlich schon drei Tage vor mir abgeflogen, wofür ich dann doch noch zu fleißig war... ;)
Wir unternahmen eine kleine Wanderung auf den höchsten Punkt des Berges und kamen an Bambuswäldern und sogar einem Aussichtspunkt vorbei - bis dahin war ich allerdings wirklich müde und k.o. von dem viel zu langen Tag. Trotzdem, ein wunderschöner Einstieg in das neue Land.
Am nächsten Tag war uns das Wetter nicht mehr so wohlgesonnen, es wurde richtig kalt und regnete. Was macht man da? Die überdachten Einkaufsstraßen erkunden!
Zum Mitbringselshoppen war es mir noch etwas zu früh, aber schon allein die Erfahrung! So viele interessante Dinge. Und laute. Überhaupt, ich habe den Eindruck, Japan ist einfach laut. Das passte so gar nicht zu meinem Bild vom höflichen, zurückhaltenden Volk - aber es scheint sich nicht auszuschließen. Eine ganz neue Erfahrung des Wortes Lärm habe ich allerdings in den ...wie sagt man, Spielhallen?... gemacht.
| Spielhalle |
Es gibt dort Läden, die haben nichts anderes als diese von der Kirmes bekannten Spiele mit den Greifarmen, wo man sich Plüschtiere und Ähnliches angeln kann. Und ob ihr es glaubt oder nicht, sie stehen reihenweise dicht an dicht und jeder einzelne Automat spielt seine eigene, laute Musik. Wie es dort einer länger als 10 Sekunden ohne Ohrstöpsel aushält, ist mir schleierhaft. Aber sie tun es und spielen und angeln... Auch andere Videospiele gibt es, die schon eher mit Sport zu tun haben - trommeln oder Farbpunkte auf den Bildschirmen abklatschen - einen wahren Meister konnte ich hier rechts beobachten!
Sehr gut gefallen hat es mir auf dem Essensmarkt. Das haben sich die meisten von euch sicher schon gedacht! ;)
An meinem gerade mal zweiten Tag in Japan war es dort noch sehr exotisch für mich, während ich mich in den folgenden Wochen durch so einiges durchprobierte. Aber wie schon gesagt, dazu schreibe ich noch mal an anderer Stelle mehr.
Ich weiß nicht, wie tierfreundlich es wirklich sein kann, schließlich leben Eulen normalerweise wild - aber zumindest heißt es, dass diese Tiere es nicht anders kennen und an Menschen gewöhnt sind. Und weil es diese Chance nicht so oft gibt, besuchten wir einen "Eulenzoo" mit vielen verschiedenen Arten, wo man einige Tiere sogar streicheln durfte. Gaanz vorsichtig natürlich und nur mit dem Handrücken. Aber wer von euch hat schon jemals eine Eule gestreichelt?
Nicht weit von dort fanden sich auch einige Tempel und ein weiterer (sowie berühmterer) Bambuswald.
Während ich die Architektur der Tempel ja noch ganz sehenswert finde, ist Jori eher auf weitere Tierbeobachtungen aus. Wir mussten feststellen, dass es kleinere Wald- und Stadttiere fast gar keine gibt - kein Eichhörnchen oder Kaninchen, kaum Tauben... Dafür aber Wassertiere. Viele Fische und Vögel und was sonst noch so schwimmt...
Das war mein erster Eindruck von Kyoto. Gar nicht mal so viele Tempel wie gedacht! Aber zu einigen von denen kamen wir dann noch später, als wir zurück in Kyoto waren...
| Ein sonniger Sonntag am Wasser - alle genießen den Frühling |
Im Vergleich mit anderen Städten hat mir Kyoto gar nicht mal am besten gefallen, aber es punktet durch seine Lage inmitten von bewaldeten Bergen.
| Gion |
| Kimonos |
Generell war ich überrascht, wie viele Frauen im Alltag noch den traditionellen Kimono tragen. Na gut, so viele auf einem Haufen sieht man schon eher selten, doch einzelne immer wieder und überall. Und es scheint wirklich schwierig zu sein, auf den dazugehörigen flipflopartigen Schläppchen zu laufen...
Straßen waren für Autos gesperrt und große Gestecke aufgestellt. Und natürlich unzählige Laternen für die Atmosphäre.
| auch beleuchtet, aber nicht Teil des Lichterfestes: der Kyoto-Tower |
Das war nur ein kurzer Zwischenstopp, aber für die letzten Tage wollten wir ja sowieso noch einmal herkommen.
Und da waren wir nun. Da mit dem Haus auch zwei Fahrräder kamen, haben wir den Tag genutzt, an dem Pati und Jouni anderweitig unterwegs waren (sie kannten die Highlights der Stadt zu diesem Zeitpunkt schließlich schon) und haben per Drahtesel der Sightseeingliste noch ein paar berühmte Punkte hinzugefügt - dabei fällt einem erst mal auf, wie groß die Stadt doch ist! Eine Stunde von A nach B ist ganz normal...
| Goldener Pavillion |
| Garten am Silbernen Pavillion |
| auf dem "Philosophenpfad" |
Letzterer ist ein friedliches Stückchen Kyoto, das seinen Namen wohl erhielt, weil ein gewisser Philosoph dort immer gedankenverloren auf seinem Weg zu seinem Arbeitsplatz, der Universität, entlangschlenderte.
Hier und da waren an unseren letzten Tagen auch tatsächlich schon einige Kirschbäume in Blüte, auch wenn die offizielle Sakura-Saison erst ein paar Tage nach unserer Abreise losgehen sollte und viele Bäume noch kahl waren.
Aber wer sagt's denn, an anderer Stelle waren erste Bäume tatsächlich schon aufgeblüht und ließen uns erahnen, wie es dort nächste Woche aussieht. Also doch nicht ganz verpasst!
| am Flussufer |
| Kameraexperimente ;) |
Und dann hieß es Abschiednehmen. Entschuldigt die schlechte Fotoqualität, aber ich fand es bemerkenswert, dass der Flughafen mitten im Meer auf einer künstlichen Insel liegt.
Und im Übrigen hatte ich mir erhofft, der Tauwetterperiode hier entgangen zu sein. War wohl nix! :(
Aber zum Glück kann ich ja noch etwas in Erinnerungen schwelgen, wenn ich euch von den weiteren Etappen unserer Reise erzähle. Bis bald!
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