Kaum war ich also wieder eingeflogen, kam auch schon die liebe Verwandschaft hinterher: meine Kusine mit Mann und zwei Kids. Wenn ich kaum sage, meine ich das wirklich - gerade mal sechseinhalb Stunden hatte ich. (Hat aber gereicht, um letzte Vorbereitungen zu treffen, die Wäsche gewaschen und wieder trocken zu kriegen und noch zwei Stündchen Schlaf zu bekommen ;) )
So, das war es also, mein erstes Neujahr in Finnland.
Wir waren natürlich trotz dieser für uns untypischen Tradition dabei. (Und haben zwischendurch alles an Ouluer Cafes mitgenommen, was noch auf hatte. Minusgrade sind gar nicht mal so lustig, wenn man ein warmes Deutschland gewöhnt war!)
Nach dieser schönen Show haben viele Familien gleich mit ihrem privaten Feuerwerk weitergemacht. Wenn man schon mal dabei ist...
Wir allerdings gingen heim und ließen uns ganz nach deutscher Tradition Raclette (und keinesfalls schon wieder Kartoffelsalat mit Würstchen!) schmecken.
Leider entschied sich nur einer, sein Feuerwerk direkt unter meinem Fenster abzuschießen, aber auch diese kleine Show machte was her, 5. Stock und groooße Fenster lassen einen so nah dabei sein wie sonst nie! :D
Am nächsten Tag ging mein Besuch zum ersten Mal auf der Ostsee spazieren. Aber vielleicht erzählen sie davon ja noch selbst...
Nun wurde es Zeit für den Urlaub im Urlaub. Der Plan war, mit dem Mietwagen nach Lappland zu fahren, wo wir für drei Tage ein Mökki gemietet hatten.
Morgens dachten wir noch, wir seien gut in der Zeit. Früh mit dem Bus zum Flughafen aufgemacht, wo das Gefährt abholbereit auf uns warten sollte. (Typisch. Flughafen. Nirgendwo in der City ein Mietwagen zu kriegen!) Und dann diese Abholprozedur... Ist ja nicht mein erster Mietwagen hier, aber ich glaube, wir haben meine bisher längste Abholzeit um ca. das sechsfache überschritten. Ende vom Lied - wir waren "etwas" spät dran...
| Wolf in (nicht ganz) freier Wildbahn |
Aber wer suchet, der findet! (Nicht ohne den Vermieter zwischendurch anzurufen, ähem...)
Wo wir nun schon einmal "so nah dran" waren, habe ich mir gewünscht, endlich einmal die zugefrorenen Wasserfälle von Korouoma zu besuchen (als Aussprache- und Merkhilfe für Deutsche haben wir festgestellt, dass es funktioniert, einfach KocheUroma zu sagen!), wo es seit diesem Winter auch ganz neu einen mit normalem Schuhwerk begehbaren Winterwanderweg gibt.
Aufzugeben? Wir doch nicht! Erstens war ich nicht als einzige neugierig auf das Naturschaupiel und zweitens: wozu sonst haben wir bereits so lange im Auto gesessen, wenn nicht, um ans Ziel zu kommen?
Nach einer kleinen Bewegungspause also wieder alle rein in die gute Kiste und noch mal so weit fahren.
Nun waren wir heute ja wirklich frühzeitig losgefahren, um nach dem Erlebnis des Vortages mal zur Abwechslung im Hellen wandern zu gehen. Aber sooo frühzeitig nun leider doch nicht.
Spontan entschlossen wir uns, trotz der Uhrzeit noch den ganzen Rundweg zu machen, um noch etwas näher ranzukommen.
Nur das immer weniger werdende Licht, schade.
Das war also unser kleines Abenteuer in KocheUroma.
Danach hatten wir uns ein gutes Abendessen, ein gemütliches Wohnzimmer und die Sauna aber wirklich verdient!
Den nächsten Tag ließen wir ruhig angehen. Wozu hat man schließlich einen See zum Spaziergehen direkt vor der Haustür?
Von hier aus sende ich mit einem Zitat herzliche Grüße nach Deutschland:
"Die Sonne kommt ja kaum noch über den Horizont!"
Tatsächlich? - Mittags in Finnland:
Nachmittags in Finnland:
Abends in Finnland - hierzu gehörte eigentlich auch ein Foto, für das meine Kamera aber leider nicht hochwertig genug ist.
Das Universum.
Es mag noch so kalt sein. Wenn du mitten in der Stille Lapplands in den Nachthimmel schaust, dann kannst du einfach nicht genug bekommen. Abertausende von Sternen, ja Millionen, lassen dich erahnen, dass du doch nur auf einem großen Raumschiff stehst, mit dem du durch's Weltall fliegst. Und in diesem Moment steht es dir offen. Du blickst so tief ins Universum, dass es dir wie ein Wunder erscheint. So unglaublich schön und so friedlich und still um dich herum...
Fünf Sternschnuppen flogen vorbei und immer noch wollte ich nicht wieder rein gehen. Ich weiß nicht wie lange ich dort war, vielleicht 20 oder 30 Minuten - Zeit spielt in einer solchen Situation einfach gar keine Rolle - bis ich das Gefühl bekam, mich doch mal langsam verabschieden zu müssen und wieder in die reale (und warme) Welt der Hütte zurückzukehren.
Auch wenn ich eigentlich noch Stunden hätte dort sein wollen und einfach nur sein.
Hui, kriegt der viel Besuch im Winter! Deswegen hat er leider auch gar nicht viel Zeit, was schade, aber verständlich ist. Harter Job, nicht nur an Weihnachten selbst!
Nach (gefühlten) etlichen Stunden im Auto haben wir es zurück nach Oulu geschafft. Finnische Autobahnen! Es war mir nie so stark aufgefallen wie dieses Mal: Lappland, weiße Straßen - fahre weniger als 103 km/h und du wirst garantiert überholt. Schnellstraße, frei - Geschwindigkeitsbegrenzung 80, Autobahn, zweispurig, frei - Geschwindigkeitsbegrenzung 100. :/
Also vielen, vielen Dank lieber Thorsten, dass du uns geduldig und sicher von A nach B nach C nach D gebracht hast und euch allen vieren natürlich herzlichen Dank für euren Besuch!
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