So viel zur Natur. Aber fange ich mal der Reihe nach an.
Morgens noch schnell nach Espoo zur Endabnahme von vier Mehrfamilienhäusern (es ist wirklich schön, mal in live zu sehen, was man geplant hat!), mittags dann schon in unserem Helsinkier Büro, zunächst für eine Schulung, dann zum Feiern.
Es ist das erste Mal, dass ich unsere dortigen "neuen" (inzwischen schon über ein Jahr alten) Räumlichkeiten besuche und ich muss sagen, ich bin ganz hin und weg. Unser Büro in Oulu ist ja auch nicht schlecht, aber das hier toppt es architektonisch um Längen...
Spaß ist natürlich auch garantiert - bei der Olympiade aus verschiedensten Disziplinen, von Baue-einen-Fallschutz-für-Eier-aus-Pfeifenputzern über Fotowettbewerb, Scrabble und Wissenquiz-Basketball bis zu Floorball-Parcours unter erschwerten Sichtbedingungen. Lange nicht mehr so gelacht! :D
Der nächtliche Blick über die Hauptstadt vom Dach ist ebefalls nicht zu verachten! Alles in allem fühlte es sich mehr nach einem Abend unter Freunden an, als mit Kollegen, von denen ich ein Viertel noch nicht mal kannte (Helsinki ist ziemlich gewachsen, seit ich das letzte Mal dort war).
Die anschließende Nachtruhe war verständlicherweise ziemlich kurz, aber noch mal um so mehr, weil ja niemand ahnen kann, dass am nächsten Morgen um 7.15 die Baustelle gegenüber vom Hotel trotz Feiertages wieder loslegt. :/
So war man wenigstens früh genug auf den Beinen, um noch ein Museum zu besuchen. Eigentlich für Kunst, aber meine Lieblingsobjekte fielen eher in die Kategorie Architektur und Physik. Erst mal das Haus selbst und dann noch ein Futuro live!!
Danach ging's wieder nach Oulu.
Ein ganz normaler Sommer. Es ist 24/7 hell und fast jeden Tag sonnig, aber sommerlich heiß ist es nur ab und zu, meistens bewegen wir uns bei 15 bis 20 Grad. (Das mag dem einen oder anderen kühl erscheinen, aber wenn ich von den fast 40 Grad in Deutschland höre, ist mir das trotzdem irgendwie lieber...) Es gibt diese wunderschönen, beinahe windstillen Tage bei 25 Grad und auch ein paar mit solchem Sturm, dass man sein Fahrrad über den einen oder anderen Baum heben muss und Geschichten hört, die Balkonverglasung hätte ab jetzt eine neue Adresse... uh-oh!
Sonst nichts Ungewöhnliches. Natürlich wie immer ein bisschen Tierbeobachtung (Eichhörnchen mit Eishörchen die Zweite - und sie sind hier wirklich zahm!)...
... landestypisches Essen wie neue Kartoffeln mit Frühlingszwiebelsoße, den weltbesten Lachssalat und natürlich wieder Quarkriegel (!)...
... schon mal auch ein Rockfestival, dem man sogar ohne Eintritt zu zahlen beiwohnen kann...
... die Entdeckung eines weiteren Trafohäuschens...
... die allgegenwärtige Freude, dass Oulu so schön übersichtlich ist (schließlich kann es gerade mal einen Kilometer vom Zentrum bereits so aussehen)...
... sowie das Vergnügen, spätabends im Sonnenschein mit einer Freundin am Marktplatzufer zu sitzen (oder auch schon mal nachmittags mit 'nem Eis). Jedes Jahr das gleiche Spiel und doch immer wieder schön!
Mittsommer ist auch das gleiche Spiel wie fast immer, es klappt in letzter Minute doch nicht mit dem Mökki und wir bleiben in der Stadt. Grillen im Garten und mal wieder ein bisschen Mölkky zu spielen ist aber auch ganz schön...
Ein besonderes Highlight war der Tag, wo zum fünfzigjährigen Jubiläum der Wasserturm zum Besteigen freigegeben war.
Für mich war es der schönste Tag des bisherigen Jahres (nicht wegen des Wasserturms, aber er hat bestimmt mit dazu beigetragen). Wieder einmal wurde mir anschaulich klar gemacht, dass Finnland ein einziger großer Wald ist, in den man halt einfach ab und zu ein paar Häuser reinsetzt. Ja, auch schon mal für 200 000 Menschen, aber am Wald ändert das gar nicht so viel, wie man vom Boden aus glauben könnte.
Seeufer, Einfamilienhaussiedlungen (mit Flieder, Flieder und Flieder überall), eine sommerliche Loipe, schließlich die Ostsee...
Weil es so warm war und nach Meer roch, fühlte ich mich beim letzten Bild wie in Spanien - wenn man mal von den Kiefern absieht.
So einen Tag müsste man öfter haben. Null Pläne, null Eile und trotzdem irgendwie nebenbei 30 km hinter sich gebracht...
Man kann natürlich auch ganz gezielt 40 km radeln, wie ich das an einem Nachmittag tat, als mir vor Feierabend die Arbeit ausging. Seit Jahren hatte ich es auf meiner To-Do-Liste (die Öffnungszeiten sind etwas beschränkt) und nun war ich endlich da: Die Holzkirche in Haukipudas von innen anschauen. Es hat sich gelohnt:






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