Sonntag, 20. Mai 2018

Als Tourist in Speyer

Manchmal kann es sich lohnen, den Blickwinkel zu wechseln. Einfach mal vom Alltag auf Tourist umzuschalten. Wie an jenem sonnigen Wochenende, an dem mich meine liebe Mama mit ihrem Besuch erfreut hat...

Speyer ist eine schöne Stadt, das erwähnte ich bereits früher einmal. Noch einmal mehr, wenn das Wetter sich von seiner besten Seite zeigt. Es gibt Stadtatmosphäre zu schnuppern, Kultur zu besichtigen und genug Grünflächen sowie Eisdielen, um sich zwischendurch von dem Sightseeingprogramm auch wieder auszuruhen.

Wenn ihr zufällig mal Speyer besucht und gerne einen Überblick über euren Aufenthaltsort bekommt, kann ich euch den Aufstieg aufs Altpörtel empfehlen. Bis vor Kurzem wusste ich gar nicht, dass man das alte Stadttor auch von innen sehen kann! (Hast gut recherchiert, Mama! :) )
Von dort oben eröffnen sich Blicke über die ganze Innenstadt, bis zum Dom und darüber hinaus, man kann sogar ein Stück vom Rhein sehen. Ein bisschen windig zwar bei der Höhe, aber absolut lohnenswert!


Erst Recht ist Speyer für seine Kirchen berühmt. Allen voran natürlich das Weltkulturerbe, der Dom.


Was ich an ihm am beeindruckendsten finde, ist immer noch, was für Ingenieursleitungen die Menschen vor einem Jahrtausend schon hinbekommen haben. Im romanischen Stil erbaut, ist er von innen zwar längst nicht so lichtdurchflutet wie eine gotische Kirche, allerdings erinnert mich das scheinbar zum Himmel strebende Gewölbe schon ein wenig an die spätere Gotik.


Aber auch andere Kirchen haben ihren Reiz. St. Joseph zeigt sich ganz untouristisch und leise - bei mir hat besonders der Fußboden einen bleibenden Eindruck hinterlassen!

Gerade in Renovierung, aber trotzdem zu bestimmten Zeiten zugänglich, ist die Dreifaltigkeitskirche mit ihren prachtvollen Deckengemälden. Auch dieser Besuch hat sich gelohnt!


Und schließlich gibt es noch die neugotische Gedächtniskirche. Ich habe mir sagen lassen, dass viele Menschen, die zum Sightseeing nach Speyer kommen, bereits hier denken, im berühmten Dom angekommen zu sein und dann fast enttäuscht sind, wenn sie weiter ans andere Ende der Innenstadt geschickt werden, um den "richtigen" Dom zu finden! Na ja, wenn man sich vorher nicht so genau informiert, kann das vielleicht wirklich passieren...


An besagtem Wochenende war uns ein Besuch leider nicht vergönnt, beim ersten Versuch wollten wir die gerade stattfindende Hochzeit nicht stören, beim zweiten nicht den Gottesdienst. Aber diesen Freitag ist es mir endlich gelungen, noch vor der Schließungszeit der Kirche das Büro zu verlassen!

Was soll ich sagen, man kann einfach nur da stehen und den Raum auf sich wirken lassen. Toll.


Ich finde allerdings die Lichtinstallation etwas gewöhnungsbedürftig, vielleicht müsste man mal mit dem Künstler sprechen, um die Farbwahl besser zu verstehen... Grundsätzlich finde ich, dass die Gewölbebeleuchtung in weiß oder in den warmen Farbtönen der Kirche sehr gut steht und die Architektur erst richtig hervorbringt! Aber immer, wenn das Licht zu den kalten, überwiegend Blautönen wechselt, passt es meiner Meinung nach nicht mehr so gut hierher... (leider sind alle meine Fotos mit anderem Licht verwackelt, also könnt ihr euch selbst eine Meinung bilden).

Von allen besuchten Kirchen in Speyer ist dies mein Favorit. Nicht so altehrwürdig oder groß oder baulich beeindruckend wie der Dom, aber der Raum an sich!

Nach so vielen Kirchen nun mal ein kleiner Abstecher in die jüdische Kultur: Der Judenhof mit kleinem Museum und rituellem Bad, der Mikwe, zeugt noch von den alten Tagen, als hier im Mittelalter eine große jüdische Gemeinde ansässig war.


Eine nette Altstadt gibt es in Speyer außerdem. Es kann schön sein, einfach durch die Gassen zu schlendern, fernab der Mainstream-Touristen. Lustige Straßen findet man außerdem!


Nach so viel Kul-/Architektur tut es auch mal wieder ganz gut, einfach nur am Rhein zu sitzen.
Oder im Park (wo sich neben dem Grab Helmut Kohls auch noch eine weitere Kirche, nein, Kapelle, idyllisch versteckt hält). Oder in einer der zahllosen Eisdielen bzw. Cafés. Man kann sich's schon gut gehen lassen, wenn man's drauf anlegt! ;)


Und inzwischen ist der Sommer auch richtig angekommen. Kaum war der Künstlermarkt des Wochenendes vorbei, haben sie Palmen und Oleander herausgeholt und in der Maximilianstraße platziert. Damit es sich nun wirklich anfühlt wie irgendwo am Mittelmeer...

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