Dienstag, 25. April 2017

Im Nachbarland

Nun wohne ich ja schon seit Jahren soo nah dran, hatte es aber trotz des Vorhabens immer noch nicht nach Russland geschafft. So langsam wurde es Zeit. ;)

Also habe ich die Osterfeiertage genutzt, um noch ein paar freie Tage dranzuhängen und habe ganz entgegen meiner sonstigen Gewohnheiten ein fertig geschnürtes Reisepaket gebucht - mit all seinen Vor- und Nachteilen.
Bequem ist es, sich um kaum etwas selber kümmern zu müssen. Für unsere begrenzte Zeit konnten wir unglaublich viel sehen und erleben!
Nur die wenige Zeit zur freien Verfügung und das vorgeschriebene (beinahe Eil-)Tempo beim Besuch der Sehenswürdigkeiten schlugen mir etwas auf die Travelerseele...

Gut, dass Architektur und Kultur dafür entschädigten. Diese Fülle an Sehenswürdigkeiten...Um ehrlich zu sein, ich glaube, noch mehr hätte ich im Moment gar nicht aufnehmen können.

Zusammenfassend muss ich sagen, das Land hat mich positiv überrascht. Überaus interessant und sehenswert - nur der Erholungswert blieb natürlich weit hinter dem eines Strand- oder Natururlaubs zurück. Aber dieses Mal ging es ja auch nicht um Sonne oder Landschaften sondern darum, etwas Neues zu sehen und diese der finnischen doch gar nicht mal so unverwandte Kultur zu entdecken. (Und irgendwie ist es ja auch eine Form von Erholung, dem Gehirn mal alternativen Input zu geben.)

Die Anreise fand sehr bequem (wenn man von den Matratzen einmal absieht) mit der Fähre statt. Auf der Prinzessin Anastasia haben wir den Urlaub erst mal mit Cocktails einläutet. Passend zum Reiseziel sowie des Transportweges tranken wir einen Sea Breeze und einen Matrioshka. (Bis dahin wusste ich nicht mal, dass es einen solchen Cocktail überhaupt gibt. Müssen die Russen erfunden haben!)

Wir - das heißt Jori und ich. Ursprünglich wollte ich mich mit einer Freundin der Reisegruppe anschließen, für diese passte es dann aber leider doch nicht in den Zeitplan. Gut, dass Jori bestechlich ist! ;)

Die Warteschlange am nächsten Morgen am Visaschalter hat uns einiges an Geduld und Beinmuskeln abverlangt. Eine gute Übung für die folgenden Tage! Schlage stehen ist irgendwie Standard und wir waren nicht einmal zur Hauptsaison da.

Zur Belohnung durften wir uns dann Sankt Petersburg aber erst mal im Sitzen anschauen. Mit einheimischem Reiseleiter konnten wir bereits viele Sehenswürdigkeiten vom Bus aus mit kleinen Stopps kennen lernen - Festung mit Peter-und-Paul-Kathedrale, Blick auf den Winterpalast und vieles mehr.

In der Mittagspause schafften wir es gar, uns auf eigene Faust die Auferstehungskirche anzuschauen - die spätere Kathedralentour hatten wir nämlich nicht dazugebucht, um wenigstens ein bisschen unsere Freiheit zu haben.

Stilmäßig gehört das Bauwerk von außen eigentlich gar nicht so richtig in diese Stadt, aber ihr Interieur ist ein riesiges, beeindruckendes Mosaik. Hier nur ein paar kleine Ausschnitte. Oh, ich könnte euch Bilder zeigen! Was habe ich Fotos gemacht! Weniger als ein Drittel der Reisezeit im Vergleich zu letztem Jahr Japan, aber fast die Hälfte der Fotos. Und schon damals in Japan gab es nicht wenig zu sehen! Aber ich kann ja nicht alles hier einstellen...

Unser weiterer Stadtbummel führte uns auch in eine Galerie, in der ich mich gleich an Brüssel erinnert fühlte - nur vielleicht nicht ganz so edel wie dort. Und etwas einsam da drinnen...

Draußen in den Straßen dagegen herrschte das pure Leben - Touristen und Einheimische, Märkte und Geschäfte, gar eine Folkloregruppe zum Osterfest! Rechts und links kilometerlang von städtischen Fassaden gesäumt, teilweise zwar ein wenig renovierungsbedürftig, insgesamt aber mit weitaus mehr Stadtcharakter als man das in Finnland, abgesehen von einigen Straßen Helsinkis, je finden könnte. Na ja, Sankt Petersburg hat ja angeblich auch mehr Einwohner als ganz Finnland.

Gekrönt wurde der erste Abend von einem traditionellen Vier-Gänge-Menü in historischen Räumlichkeiten - ein Salat aus Kartoffeln, Erbsen, Fisch und was nicht alles, der in den alten Zeiten der Lebensmittelrationierung als Delikatesse aus mühsam erschlichenen Zutaten galt, eine Pilzsuppe aus Zeiten des französischen Einflusses, als Hauptgang natürlich Rindfleisch Stroganoff und schließlich ein Pfannkuchen, oder besser gesagt Blini.
Zum Programm gehörte eine Gruppe traditioneller Musiker, die uns zwischen den Gängen sowohl mit russischen Volksliedern als auch Mitmachspielen unterhalten hat - als Programmpunkt zwar sehr organisiert, aber trotzdem irgendwie einfach schön.



Ostermontag reihten wir uns in die lange Warteschlange vorm Katharinenpalast ein. Aber alles ist relativ, der Palast ist noch länger! :) Beinahe hätte nicht mal die Panoramafunktion meiner Kamera ausgereicht!

Dort galt es, unseren Platz zwischen der Seniorengruppe und den Leuten aus Israel zu verteidigen - gegen angriffslustige Chinesen. Nichts gegen dieses Volk an sich, aber wenn es um Wartezeiten geht, scheinen gerade diese alle guten Manieren zu vergessen und ein unrechtmäßiger Vorsprung um mehrere Gruppen rechtfertigt bei ihnen offensichtlich sogar den Ellbogeneinsatz!

Der Palast von innen überwältigt geradezu mit seiner Pracht. Viel Barock und etwas Klassizismus - viel zu viel zu sehen, um es alles in sich aufzunehmen. Zum Stehenbleiben ist kaum Zeit, bevor einem die Folgegruppe schon wieder auf den Pelz rückt.
Säle, Speiseräume, Ankleidezimmer... Wieder einmal könnte ich euch Bilder en masse zeigen, aber das würde den Rahmen sprengen.
Im wohl berühmtesten Raum überhaupt ist das Fotografieren ohnehin untersagt. Aber angeschaut habe ich es, so langsam wie möglich bin ich an den Wänden entlangspaziert, um wenigstens ein paar Details in meine Erinnerung aufzunehmen: Das Bernsteinzimmer.
Rekonstruiert nach alten Fotos und Zeichnungen des Architekten. Faszinierend. Wirklich.

Im Garten des Palastes sah es noch ein wenig graubraun-weiß aus, aber mit ein wenig Fantasie bekommt man schon einen Eindruck davon, wie es dort wohl im Sommer sein mag.

Nachmittags war einer der raren Zeitpunkte, um auf eigene Faust etwas zu unternehmen. In unserem Falle hieß das, mit zwei anderen aus unserer Gruppe ausführlichst essen zu gehen.
Borschtsch und Soljanka und einen Grillspieß sowie zum Nachtisch eine russische Teezeremonie. Das Restaurant war nicht mal eine Empfehlung des Guides, wir sind einfach zufällig hineingestolpert und waren sehr zufrieden!

Danach blieb noch ein bisschen Zeit für Erkundungen, die wir zum größten Teil in einem Delikatessenladen verbrachten - für die anderen drei wohl mehr wegen der sowohl russischen als auch internationalen Spezialitäten, für mich mehr wegen des Jugendstilgebäudes an sich.

Abends ließen wir die erleuchtete Stadt vom Wasser aus auf uns wirken.




Wir hatten sogar das Glück, ein Feuerwerk zu sehen zu bekommen.
Und auch die "Eiffel-Brücke" glitzerte wie ein solches (ihren Spitznamen hat sie natürlich von einer gewissen funkelnden Sehenswürdigkeit in Paris).


An die Führung in der Eremitage kamen wir eher zufällig. Na ja, wenn man schon mal in der Stadt weilt, ist ihr Besuch wohl auch ein Muss.
Mehr Pracht und noch mehr Kunst. Gerangel vor den Werken Da Vincis. Gemälde so viele, dass man sie kaum noch anschauen, geschweigedenn mehr als ein paar eingehend betrachten kann.
Beeidruckende Geschichten - wie z.B. die Tatsache, dass die weit über 300 Portraits rechts oben von einem einzigen Künstler innerhalb eines Jahres angefertigt wurden!


Auf eigene Faust folgten ein kleiner Stadtrundgang und ein weiterer Museumsbesuch (Plan war, das Walskelett und die drei Mammuts zu besuchen. Ging leider schief, weil wir im falschen Museum landeten. Auch ganz interessant, nur nicht, was wir eigentlich geplant hatten. Und wir waren nicht einmal die einzigen, denen genau das passiert ist! Das richtige Museum hatte übrigens geschlossen, wie sich später herausstellte...)

Während sich der Rest der Gruppe nachmittags auf die zeitlich knapp bemessene Kathedralentour begab, machten wir unsere eigene - ausschließlich die riesige St.-Isaak-Kathedrale (mein Reiseführer sagt mir, dass für ihren Bau 24 000 Pfähle in den sumpfigen Boden gerammt werden mussten!), diese dafür aber gründlich, inklusive Aufstieg auf den Kuppelumgang mit Blick über die Stadt.

Ein ganz besonderes Erlebnis wurde uns am Abend im Theater der Eremitage zuteil: Die Aufführung des Balletts Schwanensee.
Auch wenn ich von Ballett nicht viel kenne, die Tänzer haben mich schwer beeindruckt! Ich empfehle jedem, der ein bisschen was für Kultur übrig hat, bei seinem nächsten Besuch in Sankt Petersburg ebenfalls hier vorbeizuschauen!

Tja, so schnell gehen drei Tage in der kulturellen Hauptstadt Russlands vorbei. Aber wir wollten ja auch noch die politische Hauptstadt sehen.

Auf dem Weg dorthin liegt eine weitere historisch bedeutsame Stadt: Die "Wiege Russlands", Nowgorod.

Hier lernten wir etwas über die Entstehungsgeschichte des Landes, sahen den Kreml (die Festungsanlage - nicht nur die bekannteste in Moskau wird so bezeichnet!) und besuchten eine uralte Kirche mit Originalfresken. Und einen neuen bärigen Freund habe ich gefunden! :)

Ein Museum für Holzarchitektur hat die Stadt ebenfalls zu bieten.

Von dort sind es "nur noch" schlappe fünfhundertsoviel Kilometer bis Moskau.

Nachdem unser erstes Ziel ja doch sehr europäisch anmutete, erwartete ich hier so ein bisschen, dem "typischen Russland" näher zu kommen. In Teilen wurde dies auch erfüllt, aber im Großen und Ganzen hat Moskau mich doch überrascht. Das, was ich mir unter Russland vorgestellt habe, findet man vielleicht doch nicht gerade in der Hauptstadt. (Einiges davon allerdings auf dem Weg dahin - wir kamen durch so manche Ortschaft, in der windschiefe Holzhäuser den Straßenrand säumten...)

Es war sehr nett, dass wir nach Ankunft mitten in der Nacht am nächsten Morgen vor der Stadtführung wenigstens einmal ausschlafen durften. Keine Frühstückskatastrophen wie am letzten Tag in Sankt Petersburg! (Da war Abfahrt um 8, das Frühstücksbuffet eröffnete aber erst um 7.30. Das ist schon mal deutlich weniger Zeit, als ich mir dabei normalerweise nehme und dann stürmten auch noch hungrige Menschenmassen das Buffet, so dass vor 7.45 gar nicht an Essen zu denken war - na ja, immerhin konnte ich so das ganze Frühstück lang meinen Teller bewachen und vermeiden, was an den Vortagen unabwendbar war: Einen halbvollen Teller Essen geklaut zu bekommen, weil man mal eben ein Getränk nachholt...)
Zurück von verschwenderischen Sitten in Russland im Allgemeinen zu Moskau im Speziellen.

Von weitem wirkt die Stadt erst einmal modern.
Erst in den Geschichten der Stadtführerin findet man Klischeerussland wieder - zum Beispiel zum Geschäftsviertel (die Hochhäuser links im Bild), wo anscheinend mehrfach erst nach Baubeginn festgestellt wurde, dass der Standort nicht taugt und man mal eben noch mal woanders mit dem gleichen Bau anfängt... Oder der Tatsache, dass das Viertel nun mal so geplant wurde und deswegen auch so durchgezogen wird, auch wenn sich die Wirtschaftslage in der Zwischenzeit verändert hat und gerade keinen neuen teuren Büroräume mehr benötigt werden...

Wenn man sich dann auf vier oder mehr Rädern der Stadtmitte nähert, wird man unweigerlich mit dem Verkehrschaos konfrontiert. "Planbare" Staus an Ampelkreuzungen und zu Stoßzeiten sind was Schönes, wenn man sie mit den "unplanbaren" vergleicht, verursacht durch spontane Straßensperren, weil demnächst irgendwann (wann genau, weiß angeblich keiner) eine wichtige Persönlichkeit dorther muss. Und der übliche Autofahrer liebt es obendrein, spontan die Spur zu wechseln, auch im Stau...


Die Metro hingegen funktioniert meiner Erfahrung nach einwandfrei. Für knapp 90 cent pro Fahrt kommt man überall im Minutentakt hin. Alte, kunstvoll gestaltete Stationen inklusive! Ob nun wie angepriesen die schönste U-Bahn der Welt, wage ich zwar zu beweifeln, Stockholm zum Beispiel war bunter. Aber edel auf jeden Fall!


Und dann war es so weit. Seit frühen Kindheitstagen wollte ich einmal diese Kathedrale sehen - habe mich schon im Kindergartenalter jedes Mal gefreut, wenn ich sie am Fernsehen sehen konnte (Russland war damals ja viel in den Nachrichten).
Und da war ich nun endlich, live auf dem Roten Platz, der korrekt übersetzt gar nichts mit der Farbe Rot zu tun hat, sondern der Schöne Platz heißt. Rhöni war übrigens auch da. :)
Und was mir vorher nicht bewusst war, die Basiliuskathedrale ist gar nicht eine große Kirche, sondern besteht aus mehreren kleinen Kapellen. Drin war ich leider nicht. Passte nicht zwischen all die anderen Pläne. Aber wenigstens von außen!

Ganz in der Nähe befindet sich das Gum-Shoppingcenter. Dort finden sich vermutlich alle Designermarken der Welt und noch so einiges andere.
Alles etwas bzw. viel größer und belebter als in Sankt Petersburg. Kitschiger auch. Und sonniger.
In Moskau schläft man ja wohl nicht, man kann angeblich rund um die Uhr einkaufen und in den Museen stehen die Leute nachts Schlange, weil man dann freien Eintritt bekommt. (Wir haben's nicht getestet.)

Wachwechsel an der Ewigen Flamme
- komische Schritte machen die
Es war Ostern - man sieht's!





Blick auf den Kreml
Den Kreml besucht haben wir natürlich auch. Dort hervorzuheben sind neben den Kathedralen, in denen das Fotografieren verboten ist, die beiden überdimensional großen Metallgegenstände: Eine Kanone, die nicht schießen kann und eine Glocke, die nicht läuten kann.

Erstere diente wohl mehr zur Abschreckung der Feinde, während Letztere durch zu große Temperaturunterschiede während ihrer Herstellung (beim Brand ihrer Schutzhütte) leider unbrauchbar wurde.
Auf mehr Details gehe ich jetzt mal nicht ein, ich will euch ja nicht die Stadtführung vorwegnehmen, wenn ihr selber mal in den Genuss kommen möchtet!

Rechts im Bild eine weitere schöne Brücke (Brücken hat's viele! Natürlich noch mehr im "Venedig des Nordens" als in Moskau.) und die Erlöserkirche.

Am Nachmittag unseres Tag 2 in der Hauptstadt hatten wir uns einen eigenen Programmpunkt organisiert - Treffen mit einem Einheimischen. Wieder mal ein Hoch auf Couchsurfing! So findet man ganz spontan Menschen aus dem "wirklichen Leben", die mit einem quer durch die Stadt spazieren, von Bauwerken und Lebensgewohnheiten sprechen und einem das beste georgische Restaurant am Platz empfehlen können sowie hier gleich den Bestellprozess übernehmen, bei rein russischer Speisenkarte. Lecker war's! Wenn wir doch nur Hunger für vier gehabt hätten...!
Es war wirklich schade, dass wir nicht mehr als nur knappe vier Stunden mit unserem Couchsurfer verbringen konnten. Aber da war ja noch der geheime Programmpunkt...

Vor Abreise war von all den optionalen Touren Joris Highlight der Zirkus gewesen. Schon klar, dass ihn ein unterhaltsamer Abend, der noch dazu Tiere enthalten würde, mehr locken kann als eine Überdosis Architektur. Umso enttäuschender war es, dass uns wenige Tage zuvor mitgeteilt worden war, ausgerechnet dieser Programmpunkt müsse gestrichen werden, da am vorgesehenen Abend überraschend die Vorstellung ausfallen würde. Am nächsten Tag überschnitt sie sich mit einer anderen Tour, die man für wichtiger erachtete...

Es traf sich nun aber, dass wir diese andere Tour gar nicht gebucht hatten. Und wenn dann doch eine Vorstellung stattfinden würde... Wir haben also alle Hebel in Bewegung gesetzt und siehe da... der Besuch ist uns doch noch gelungen! :)
Akrobatik und Zauberkunst finde ich ja sowieso immer sehenswert, aber bei den Tiernummern war ich vorab etwas skeptisch. Ist ja nicht gerade ihre natürliche Art zu leben... In der Show war ich dann aber zutiefst beeindruckt, was man ihnen alles beibringen kann. Und Spaß gemacht hat's obendrein - z.B. die nickenden bzw. kopfschüttelnden Robben, wenn sie gefragt wurden, ob sie selbst oder ihr Kamerad den Fisch bekommen sollen.:D
Ebenfalls Spaß hatten wir natürlich mit einem Clown. Und zwei Stunden gingen rum wie nix...

Genau wie unser Urlaub. Kaum waren wir angekommen, mussten wir auch schon wieder abfahren.

Ein letzter Gruß an Moskau bei Nacht, bevor wir uns an die Heimreise machten.
Diese führte uns noch einmal nach Sankt Petersburg, genauer gesagt ins Grand Maket Museum, das 800 m² große Modellrussland. Mit viel Liebe zum Detail werden die einzelnen Regionen des Landes im Maßstab 1:87 präsentiert.

Unser Reiseleiter hatte zwar nicht ganz Unrecht, dass es vermutlich für Zehnjährige am interessantesten ist, doch auch der Modelleisenbahnfan oder junggebliebene Besucher (zu denen zählen wir uns jetzt mal) kamen auf ihre Kosten.
Dampfende Loks, "echte" Feuer, Tag und Nacht, Stadtansichten, die wir teilweise schon live gesehen hatten und Alltag einmal quer durch's Land.



Und wen haben wir da? :D

Nach über 1700 km in anderthalb Tagen mit zwei Nächten im Bus war ich dann am Sonntag aber doch ganz froh, mein eigenes Bett wiederzuhaben. Ganz besonders die Grenzüberquerung war kein Spaß. Nachdem niemand uns die Duty-Free-Regeln genau erklärt hatte, unser Reiseleiter in Russland geblieben war und unsere Busfahrer selbst auf gezielte Fragen unzureichende bis inhaltlich falsche Antworten gaben, hingen wir drei Stunden in der Grenze fest - wohlbemerkt auf finnischer Seite, die angeblich die einfachere ist! Das volle Programm, inklusive Bus röntgen. Fühlte mich danach fast wie ein Schmuggler.
Aber Ende gut, alles gut.

Und was fällt einem sonst noch so in Russland auf?
Dass man kein Metall berühren darf, weil man sonst wo man auch geht und steht, einen gewischt bekommt.
Dass ALLES mit Schmand serviert wird - egal ob Suppe oder Käsekuchen.
Dass es zwei Nationalgemüse geben muss, rote Beete und Gurken. Und dass es deswegen alles mit Gurkengeschmack gibt, von Salatgurken-Sprite bis eingelegte-Gurken-Chips.
Aber wir haben ja das finnische Pendant:

2 Kommentare:

Anonym hat gesagt…

Noch mal: also deine Berichte machen soooo viel Lust auf mehr. Selbst eine geführte Tour klingt gar nicht so schlecht. Und St. Petersburg ist direkt auf die Liste gerutscht. Und Gurken Sprite würd ich gern mal probieren. Das schrägste hier im Spreewald ist Leberwurst mit saurer Gurke... auch interessant. Liebe Grüße, N.

J hat gesagt…

Also, ich kann mir ja gut vorstellen, auf ein Brot mit Leberwurst zusätzlich noch eine Scheibe saure Gurke zu legen, aber du meinst wahrscheinlich in die Wurst integrierte Gurke? Ich fand's schon ziemlich schräg, dass du in Berlin eine einzelne Spreewaldgurke in der Dose bekommst, sozusagen als Snack für unterwegs! Deinen Bericht vom Gurkeneis fand ich zugegebenermaßen aber noch exotischer! :D Und gibt es trotzdem keine Gurkenchips im Spreewald, wo ihr doch so an der Quelle sitzt?
P.S.: Melde mich bald auch wieder länger bei dir, mir lief die Zeit in den letzten Wochen nur ein wenig davon...