Nicht bloß, wie man es
umgangssprachlich sagt, eins in meiner Größe, nein: Meins! :)
Vor über zwei Jahrzehnten habe ich mir
schon mal eins gewünscht, aber meine Eltern konnten mich damals
überzeugen, dass ich doch erstens bald rauswachsen würde und es
sich außerdem nicht lohnte, bei uns im Flur auf und ab zu turnen.
Zumindest das erste Argument habe ich schweren Herzens eingesehen.
Von da an hielt ich es immer für
selbstverständlich, dass, wo ich auch bin, in halbwegs vernünftiger
Entfernung ein Verein zu finden sei, der mir ein Sportgerät zur
Verfügung stellen kann und sich der Besitz eines eigenen damit
erübrigt hätte.
Bis ich nach Oulu zog. Das nächste
Rhönrad 220 km weit weg, das nächste in meiner Größe noch
schlappe 400 km mehr.
Seit mehreren Monaten habe ich nun
schon alle Hebel in Bewegung gesetzt, um
meinen Lieblingssport auch an meinem neuen Wohnort einzuführen. Es
scheiterte nicht daran, einen grundsätzlich interessierten Verein zu
finden, sondern an der Beschaffung eines Rades, denn mit ihren
geringen Mitteln war die Investitionsbereitschaft der Zirkusschule
gering. Und obwohl ich beim Verein in Turku einige Tipps zur
Beantragung von Fördergeldern einholte, tat sich hier über einige
Monate nichts.
Ich wollte aber nicht aufgeben, habe
Freunde und Bekannte in Deutschland gefragt, ob sie von gebrauchten
Rädern wissen, die zum Verkauf stehen... Und es gab sogar eins!
Nicht im besten Zustand hörte ich, es müsse geschweißt werden,
aber immerhin! Also ran an die Transportfrage.
Etliche Speditionen antworteten mir
entweder überhaupt nicht oder, dass sie nicht für Privatkunden
transportieren. Über den offiziellen Rhönradhersteller wusste ich,
dass ein Speditionstransport für ein 2-teilbares Rad (wie das
gebrauchte) ohnehin das Doppelte eines 4-teilbaren kostete und damit
den Eigenwert des Rades um ein Vielfaches überstiegen hätte.
Daraufhin versuchte ich es über
unkonventionelle Wege wie Couchsurfing, denn es kann ja immer mal
sein, dass jemand gerade plant, mit einem Kombi in einen
Finnlandurlaub zu starten. (Es trifft trotzdem auf mein vollstes
Verständnis, dass ich damit kein Glück hatte. Wer schon die lange
Reise auf vier Rädern auf sich nimmt, der tut das für gewöhnlich
zur freundlicheren Jahreszeit.)
Letzte und ernsthafte Hoffnung war die
Aufgabe von Übergepäck, wenn ich selbst aus Deutschland wieder
zurück fliege. Eine online-Vorabanfrage sah ganz gut aus. Buchen
musste ich das Ganze aber per Telefon.
Nach 27 Minuten Telefonat mit Finnair
(ein RHÖNRAD!?!?) hatten wir es geschafft, die offizielle Anfrage
aufzugeben (und natürlich sieht ein Formular keine Packgrößen wie
einen Halbkreis vor). 24-48 Stunden später sollte ich wieder
anrufen, ob es genehmigt oder abgelehnt sei. Eine andere
Kontaktaufnahme sei nicht drin. 72 Stunden später war immer noch
kein Bescheid da, doch weitere 18 Minuten Telefonat, größtenteils
in Warteschleifen verbracht, klärten:
| Meins! :D |
Das Flugzeug ist zu klein.
Schade.
Spontan hatte ich die Nase gestrichen
voll vom Organisieren und hab einfach ein neues Rad inklusive
Anlieferung beim Hersteller bestellt. Das ist zwar deutlich teurer,
kostet aber auch deutlich weniger Nerven und bietet die eindeutig
höhere Qualität!
Jetzt hoffe ich auf jede Menge Spaß
und dass mein (in den letzten zwei Jahren sehr zu meinen Ungunsten
veränderte) Fett-Muskel-Verhältnis wieder auf das alte Niveau
kommt!
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