Also, der Umzug ist irgendwie bewältigt. Dieser war ja auch noch keine allzu große Sache - wenn sich die eigenen Möbel noch auf vier Klappstühle und eine Luftmatratze beschränken. Und der nächste (dann wohl etwas aufwändigere) Umzug liegt hoffentlich noch in seeehr weiter Ferne.
| Wehmut - so schön hab ich's jetzt morgens nicht mehr |
(In dem Zusammenhang, meine lieben Freunde, ihr wisst... ok, ihr solltet schon vorher fragen! ;) Aber hier in der Wohnküche fungiert gerade eine 137 cm breite Luftmatratze als Sofa, also Platz ist da.)
Dann mal zu den Freuden des Umziehens...
Ein paar Minuten später, Flohmarkt. Ich nutze die Zeit bis Maciej mit seinem Auto vorbeikommt, um evtl. ein paar Kleinigkeiten z.B. für die Küche zu besorgen. Die finde ich nicht, aber was ich finde, ist ein Bett. Es passt nicht in Maciejs Auto. Aber ich kaufe es trotzdem und lasse es erst mal da, wofür hat man schließlich Freunde...
Weitere Minuten später, altes Zuhause. Eigentlich wollte ich Okapi zum Abschied noch mal gestreichelt haben, aber sie hat mir ein Geschenk mitten auf den Weg zum Auto gelegt, wo ich, sichtbehindert durch eine IKEA-Tasche, mitten rein gelatscht bin. Vor lauter Schuheputzen hab ich das Verabschieden dann ganz vergessen. Aber Pirkko war eh nicht zu Hause, ich werde noch mal wiederkommen und (nach vielleicht ein bisschen Schimpfen) meine Hundis noch mal ganz doll knuddeln!
Eine Autofahrt später, neues Zuhause. Geschafft. Alles da. Angesammelter persönlicher Kram und natürlich die Grundausstattung: Luftmatratze, Klapphocker, zwei Glühlampen+Fassungen und ein Saunaeimer mit Kelle. Was man sich halt so als erstes zulegt. Finnische Prioritäten ;)
Ich hätte wissen müssen, wie hoch finnische Neubauten sind. Plane ich schließlich täglich. Hätte ahnen können, dass ein Klapphocker nicht reicht, Lampen an die Decke zu kriegen, wenn man nicht gerade 20-30 cm größer ist als ich. Aber ihr wisst ja, dass ich akrobatisch veranlagt bin. 10 min später hatte ich dann auch Licht. Und weil ihr ebenfalls wisst, dass ich schon mal ziemlich schusselig sein kann: in den 10 min habe ich auch mindestens 5 mal beim Betreten des Raumes versucht, das Licht an zu machen. War ja schließlich dunkel! :/
Zwei Stunden später, Auspacken ist geschafft. Nun "nur noch" die LuMa aufpusten. Es gibt zwei Möglichkeiten: Meine Lunge oder eine (Mini-)Fahrradpumpe. Von letzteren hätte ich drei zur Auswahl, das verdreifacht aber leider ihr Pumpvolumen nicht. Also los geht's...
Ende der Geschichte: Ich hab es nach dieser Herausforderung noch so gerade vor Ladenschluss um 22 Uhr in den gegenüberliegenden Supermarkt geschafft. Und dann Feierabend gemacht.
| Und so nah dran am ganz alten Zuhause - Blick aus meinem Fenster, rechts im Bild: Tirolintie 2A |
Sonntag, 3.11. Der lustige Teil. Möbelspaziergang.
Die Finnen haben sich ausgedacht, dass Allerheiligen am besten immer am Samstag nach Allerheiligen gefeiert wird. Damit die von Mo-Fr arbeitende Bevölkerung auch schön arbeiten kann, aber am Samstag nicht einkaufen. Zum Glück haben sie sich aber auch schon vor langer Zeit ausgedacht, dass man jeden Sonntag einkaufen kann. (Wie ist das eigentlich inzwischen in Deutschland?) So dass ich doch noch am Wochenende an mein Bett kommen konnte.
Gut, dass der Flohmarkt nur ca. 450 m von hier ist. Geplant war "vier Mann (/Frau) vier Ecken", waren dann aber nur drei. - Leute, nicht Ecken. Und so machten Pati, Jouni und ich uns auf einen Sonntagsspaziergang... (ich hätte ein Foto machen wollen, aber das wurde nichts, ich wurde gebraucht).
Die restlichen Möbel waren dann einfacher. Bis jetzt nur ein Tisch. Und kleine Tische lassen sich mit Rucksackgurten auf dem Rücken festschnallen, habe ich jetzt gelernt, so dass man sie tatsächlich mit dem Fahrrad aus der City hierher transportiert kriegt.
Jetzt wird nur noch weiter in den Flohmärkten gestöbert, aber nebenher auch wieder das Leben genossen. Am Sonntag zum Beispiel war mal wieder ein Spielenachmittag, dieses Mal bei Jounis Schwester. Und inzwischen kann ich ganz glücklich behaupten, dass die Schwelle durchbrochen ist. Vor einigen Monaten fragte ich mich ja noch, wie ich es denn bloß anstellen soll, Finnen kennen zu lernen. Man ist ja von Expats nur so umgeben. Aber mittlerweile, *freu*, überwiegen die einheimischen Freunde/ Bekannten. Ich werd' heimisch hier.
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