Dienstag, 24. September 2013

Ruska

Ich muss nicht um Entschuldigung bitten, dass ich lange nicht geschrieben habe, oder? Es gibt diese Phasen, wo man einfach viel um die Ohren hat und deswegen auch gar nicht viel Spannendes passiert.
Außer vielleicht, dass die Bäume am Wegesrand jeden Tag ein bisschen anderes aussehen:


Ja, in diesem Artikel geht es um den Herbst. "Ruska-aika" ist die Zeit der Laubfärbung. Und die soll in Lappland ganz besonders beeindruckend sein, habe ich mir sagen lassen. Deswegen habe ich die Idee für einen Kurzurlaub in den Raum geworfen (gerne würde ich behaupten, ich hätte ihn geplant, aber alles, was es brauchte, war zu sagen, dass ich hin will, da plante sich der Rest von ganz alleine - Danke Pati & Jouni!).
Also haben meine hier beste Freundin, ihr Mann und ein Freund von ihm uns letztes Wochenende auf den Weg zum Pyhätunturi gemacht.
Leider war es fast die ganze Zeit bewölkt, aber wenigstens trocken. Nur die Farben wären bei Sonnenschein noch viel toller - aber auch so war es wirklich schön! Und vor allem endlich wieder wandern, bewegen an frischer Luft! Und selbst landschaftlich hielt das Gebiet noch einige Überraschungen für mich bereit.

Schon die Autofahrt war beeindruckend - die leuchtendsten Herbstfarben finden sich am Straßenrand (aber aus dem Auto heraus werden die Fotos einfach nicht gut).

Freitag Abend kamen wir erst spät an und die erste lustige Aufgabe bestand daran, im stockdusteren Wald unser Mökki zu finden, indem wir den Schlüssel in jeder Tür probierten - und wenn er wieder nicht passte nach etwas Suchen feststellten, dass da hinten ja noch ein Mökki ist. Und dort hinten noch eins! :)

Samstag war Wandertag. Los ging es im Moor. Wo man hinschaut, Gelb- und Rottöne, besonders schön: der moosüberwachsene Boden. Manchmal aber doch noch viel Grün.




 Dann, langsam aber sicher bergauf, bis es schließlich richtig steil wurde.

Zwischendurch immer wieder schöne kleine Seen - hier der Oravalampi (Eichhörnchenteich)


Und oben angekommen auf dem Noitatunturi (Hexenhügel), höchste Erhebung im Umkreis.
Wer hätte gedacht, dass ich so spät im Jahr noch mal so viele Blaubeeren essen würde? Das Schönste daran ist aber der rote Teppich in der Landschaft... auch von den Preiselbeeren.


Manchmal ist der Herbst auch einfach nur BUNT.


Und nach bereits einigen ausgelassenen Feuerstellen haben wir uns schließlich doch noch eine Pause gegönnt und gleich noch mehr Leute aus Oulu getroffen:


Neben dem höchsten Hügel der Umgebung war zum Schluss der Wanderung die tiefste Schlucht Finnlands ein echtes - und unerwartetes - Highlight!



Ein großartiger Tag! Aber ein bisschen anstrengend trotzdem. Gut, dass wir ein gemütliches Mökki haben!

Feierabend - Sauna, Essen und Spiele. Was will man mehr?
Rein kulturell betrachtet habe ich an diesem Wochenende wieder ein paar Kleinigkeiten dazugelernt. Als ich zum Frühstück Honig auf's Brötchen verteilte, bekam ich den Kommentar "Was für eine seltsame Verwendung von Honig!". Beide Finnen kennen das nicht! Zum Glück konnte wenigstens Pati bestätigen, dass das eine ganz normale Verwendung von Honig ist.
Und wenn ihr euch schon immer mal gefragt habt, ob eigentlich alle Finnen ständig in die Sauna gehen - ich kenne jetzt einen, der das nur ca. ein Mal im Jahr tut. Kommt also vor, genauso wie Deutsche, die kein Bier mögen - außer man spielt gerade Bang! ;)

Am Sonntag haben wir noch mal was ganz Alternatives gemacht: In der Amethystmine nach Edelsteinen gesucht! Leider können wir keinen großen Fund vorweisen, aber doch diverse kleine!


Und so schnell ist ein Wochenende rum. Schade, schade... Aber ja, Lappland lohnt sich immer wieder!

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