Das wusste ich vorher und bin doch hingefahren. Warum?
Nun, das Wochenende war schon spannend. Wenn ich so weitermache, entwickle ich mich doch noch (für mich selbst überraschend) zum Museumsgänger!
Los ging's am Samstag im Arktikum, einem interessanten Museum zur Arktis und zu Lappland, inkl. Flora, Fauna und alten Traditionen. Nur am Rande: Wusstet ihr, dass Elche bis zu 5 oder 6 m tief tauchen?
Selbst eine Wechselausstellung zu Aaltos Gebäuden und Designs gab es dort, aber da ich den Raum als letzten (nach über drei Stunden) erreichte, war meine Aufnahmefähigkeit leider nur noch sehr eingeschränkt.
| Arktikum |
| Mein Liebling war der Braunbär, dort durfte man aber nicht fotografieren. Als Ersatz gibt's diesen Kollegen! |
Dieses Land ist so flächendeckend evangelisch, dass ich mich zur Ostermesse am Sonntag in der evangelischen Kirche wiederfand. Die hat aber ein sehenswertes Gemälde im gesamten Alterraum!
Und danach war es Zeit für das Kunstmuseum. Zugegeben haben mich nur wenige der Kunstwerke beeindruckt (immerhin hat mich was beeindruckt, obwohl kein Künstler da war, der mir Näheres erläutert hat!), aber ich war auch eigentlich eher wegen des Gebäudes gekommen. Ein altes Busdepot, das den Krieg überlebt hat und das zu Ausstellungsräumen und Konzertsaal mit kleinem Restaurant umgebaut wurde. Na, irgendwelche Parallelen zu erkennen? ;)
| Korundi Kunstmuseum |
Und nun kommt der Beweis, dass ich mal wieder ein Fest untypisch verbracht habe: Weihnachten bei 30 Grad und Ostern beim Weihnachtsmann!
Nach dem Museum bin ich nämlich zum Polarkreis gelaufen. Na ja, da wäre schon ein Bus gefahren... wenn ich denn die Haltestelle rechtzeitig gefunden hätte. Schließlich fragte ich jemanden, aber auf den eisverspiegelten Oberflächen (der Fluch des Tauwetters!) ließ es sich nicht schnell genug rennen, so fuhr er mir vor der Nase weg und der nächste kam zwei Stunden später. Warum also nicht einen netten Spaziergang durch die Winterwelt aus den ca. 10 km bis zum Dorf des Weihnachtsmanns machen?
Also, ich hab Santa getroffen. Und Weihnachtslieder gehört. An Ostern. Verkehrte Welt!
| Die Rentiere des Weihnachtsmanns |
| Und mal wieder: So weit ist es bis... Ich mag diese Schilder! :) |
Ein Zertifkat, dass ich den Polarkreis überschritten habe, hab ich mir nicht gekauft. Ihr glaubt mir auch anhand der Beweisfotos, oder? ;)
| rechter Fuß noch südlich, linker Fuß schon nördlich des Napapiiri |
Der für mich schönste Tag war aber heute.
Heute morgen war ich nämlich da draußen, mitten im Nichts. Wälder und Schnee. Zugefrorene Seen. Herrlich! Wir sind mit Hundeschlitten rausgefahren und während ich nach dem Aufstehen noch enttäuscht war, dass zum ersten Mal seit Tagen nicht die Sonne schien, zeigte sich doch bald, dass die einsame Landschaft der Taiga halb im Nebel irgendwie noch mystischer wirkt.
Während der Fahrt konnte ich keine Fotos machen, ich war zu sehr mit Bremsen beschäftigt (die Huskies würden den Vordermann sonst glatt über den Haufen rennen!) und zwischendurch wurde es dann auch meiner Kamera zu kalt, aber hier dennoch ein paar Eindrücke:
| neue Freunde |
| Die Welpen sind sooo süß! |
Nachmittags hatte ich dann noch genug Zeit, auf den "Hausberg" Rovaniemis, den Ounasvaara, zu wandern. Hier in der Gegend gibt es tatsächlich ein paar Hügel, ein bisschen wie ein in die Breite gezogenes Sauerland. Berge, ich vermisse euch! Sauerland, Alpen, Himalaya, kommt zu mir, Finnland ist so platt!
Da sind wir bei den Punkten, die mir hier fehlen: Berge. (Neben dem Rhönrad, es ist einfach zu weit bis nach Turku). Aber bei all den anderen positiven Dingen halte ich es sicher auch noch ein Weilchen ohne Berge aus...
| Durch den Wald zum Ounasvaara |
| lappländische Weite mit Hügeln |
| Und zum Schluss noch ein niedliches Eichhörnchen, ... |
| ...das Aalto-Rathaus... |
| ...und das finnische Pendant zu den asiatischen Motorrädern. |
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